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Nach Attacke auf Kunstwerk: Mehrere Wochen Haft für Klimaextremisten

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„Wenn es um Protest geht, bekommt man mit Reden keine Plattform.“ Mit diesen Worten verteidigte eine Klimaextremistin die Attacke in der Londoner Courtauld Gallery.

London. – Zwei Klimaextremisten, die sich aus Protest gegen die Ölförderung an einem Bild des berühmten Malers Vincent van Gogh festgeklebt hatten, sind von einem Londoner Gericht schuldig gesprochen worden. Der 22-jährige Louis McKechnie muss wegen Sachbeschädigung für drei Wochen ins Gefängnis, er hat mehrere Vorstrafen. Auch die 23-jährige Emily Brocklebank wurde am Dienstag verurteilt. Sie muss 21 Tage lang in Haft. Die Strafe wurde für sechs Monate zur Bewährung ausgesetzt.

Ausgangssperre für ein Mitglied

Die 23-Jährige unterliegt zudem einer elektronisch überwachten sechswöchigen Ausgangssperre. Vor Gericht verteidigte die Klimaextremistin ihre Aktion. Sie sei sicher, dass dass der Besitzer des Gemäldes dem Protest zugestimmt hätte, sagte Brocklebank vor dem Westminster Magistrates Court: „Jeder gute Mensch würde dem Versuch zustimmen, das Leben auf der Erde zu erhalten.“

Die Mitglieder der Gruppierung „Just Stop Oil“ hatten sich am 30. Juni am Rahmen des Gemäldes „Blühende Pfirsichbäume“ (1889) in der Londoner Courtauld Gallery festgeklebt. Dabei soll ein Schaden von knapp 2.000 Pfund (2.300 Euro) entstanden sein. Die Vorwürfe gegen ein anderes Mitglied, der Sicherheitskräfte abgelenkt haben soll, wurde indes fallengelassen. Er erhielt jedoch eine Geldstrafe, weil er nicht vor Gericht erschien.

„Kleber geht wieder ab“

„Wenn es um Protest geht, bekommt man mit Reden keine Plattform“, sagte Brocklebank. „Durch das Kleben entsteht eine Geschichte, der die Medien folgen wollen.“ Die Studentin sagte, sie habe nicht damit gerechnet, dass ihre Handlungen großen Schaden anrichten. „Kleber geht wieder ab“, sagte sie. Kuratorin Karen Serres bezifferte den Wert des Rahmens aus dem 18. Jahrhundert auf etwa 20.000 Pfund. Museen und Galerien weltweit sind alarmiert. Die verantwortlichen Aktivisten unterschätzen die Zerbrechlichkeit dieser unersetzlichen Objekte, die als Teil unseres Weltkulturerbes erhalten werden müssen, stark“, hieß es jüngst in einer gemeinsamen Mitteilung der Chefs von mehr als 100 Kunstinstitutionen.

Richterspruch auch in Den Haag

Als Initialzündung für die Attacken auf berühmte Kunstwerke gilt eine Aktion von „Just Stop Oil“ in der Londoner National Gallery, wo zwei junge Frauen Tomatensuppe in Richtung des berühmten Werks „Sonnenblumen“ von van Gogh geworfen hatten. Vor Gericht plädierten sie auf nicht schuldig, am 13. Dezember soll der Prozess wegen Sachbeschädigungen in der britischen Hauptstadt beginnen. In Den Haag gab es bereits einen Richterspruch. So wurden drei Männer wegen einer Attacke auf das Johannes-Vermeer-Gemälde „Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge“ zu zwei Monaten Haft – davon einer auf Bewährung – verurteilt.

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