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Kultur

Rezension: Die Dämonisierung durchbrechen

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Der Franzose Jean-Yves Le Gallou befasst sich – Jahrgang 1948, bis 1999 Mitglied im Front National und Europaabgeordneter, 2022 im Wahlkampfkomitee Éric Zemmours – auf guten 100 Seiten mit der Dämonisierung der Rechten durch den polit-medial herrschenden Komplex und was als Rechter dagegen zu tun ist.

Der Text teilt sich in zwei Hauptkapitel, die von einem Prolog und einem Schlussteil begleitet werden. Das Vorwort steuert Martin Sellner bei, der als bekanntester Aktivist der Identitären Bewegung unter anderem mit körperlichen Angriffen, Kündigungen von zig Bankkonten und völlig absurd konstruierten Terrorismusvorwürfen konfrontiert wurde und selbst sämtliche Schikanen der Dämonisierung durch das linksliberal-globalistische Establishment erleben musste. Kapitel I nimmt eine knappe, aber präzise Bestimmung und Beschreibung der linken Akteure und ihrer Methoden vor, politisch Andersdenkende zu diffamieren bis hin zur sozialen Vernichtung. Kapitel II beschreibt anschließend Strategien zur Durchbrechung der Dämonisierung, auch anhand von einigen Beispielen erfolgreicher rechter Akteure.

Für Le Gallou bildet die „Ideologie der Diversität“ (Mathieu Bock-Côté) die Grundlage für die Verfolgung Andersdenkender: Positionen von Minderheiten – ob Feminismus, LGBTQ oder auf Migrantenmilieus bezogen – werden von der Linken in den Vordergrund gerückt. Die Regenbogen-Ideologie(n) des Antirassismus, Antisexismus und der Klimabewegung werden massiv propagiert und legen das Overton-Fenster – den Rahmen des öffentlich „Sagbaren“ – in den westlichen Ländern fest.

Die „Ideologie der Diversität“

Die Hauptwerkzeuge der linken Dämonisierer dazu sind Propaganda und Zensur. Le Gallou verweist auf Techniken, die immer wieder seitens der Linken zum Einsatz kommen und bezieht sich dabei unter anderem auf den amerikanischen Politikwissenschaftler Laird Wilcox. Dieser stellte fest, dass häufig gerade diejenigen Menschen kompromisslosen politischen Extremismus betreiben, die die Mehrheitspositionen des Mainstreams vertreten. Dessen formulierte 21 Erfolgsmerkmale des „extremistischen Konformisten“ stellt Le Gallou als „Katechismus des kleinen Hetzers“ mit Erläuterungen kurz und knapp vor. Es sind die Merkmale, die jedem Rechten – sei er AfD-Mitglied, Aktivist oder einfach politisch interessiert – aus eigenem Erleben oder den täglichen Meldungen genau bekannt sind: Rufmord, Einschüchterungen, der Ruf nach Zensur und Repression, Vorwurf der „Hassrede“, unterkomplexe Vereinfachungen anhand eines Weltbilds, das nur „Gut“ und „Böse“ kennt.

Weitere Mechanismen der Dämonisierung sind Manipulation und mediale Aufbauschung – etwa, wenn eine Person of Colour „rassistische Diskriminierung“ erfährt und dies regelrechte Medien- und Betroffenheitskampagnen nach sich zieht, aber die alltägliche Migrantengewalt gegen Europäer – wie etwa im Missbrauchsskandal in Rotherham geschehen – unter den Teppich gekehrt wird oder als „Einzelfall regionaler Bedeutung“ gelten soll. Ziel der Dämonisierung kann jeder werden, der sich der ideologischen Gleichschaltung verweigert oder sich nicht unter Druck setzen lässt. Die Funktionen der Dämonisierung bestehen nach Le Gallou in der Lähmung, Verunglimpfung, Zensur, Isolation und Spaltung, und zwar bis hin zum sozialen Tod des Normabweichlers, dem man eine oder mehrere der „sieben Todsünden der neuen moralischen Ordnung“ vorwirft: Rassismus, Antisemitismus, Islamophobie, Homophobie, Protektionismus, Populismus oder Verschwörungstheorien. Durchgeführt wird das alles von der „großen Armee der Dämonisierung“: Medien, Unternehmen (darunter vor allem GAFA: Google, Apple, Facebook, Amazon), aber auch von Juristen und Bürokraten, von NGOs und deren Netzwerken des Kapitals und der Globalisierung.

Manipulation und mediale Aufbauschung

Le Gallou zeigt im zweiten Teil des Buches, wie der Dämonisierung begegnet werden kann und plädiert für Klarheit und Mut. Provokationen dürfen kein Selbstzweck sein, der Autor warnt aber davor, dass andauernde Zugeständnisse an den linken Mainstream schlimmstenfalls grundlegende eigene Positionen auflösen. Das Anbiedern an den politischen Gegner und die Abgrenzung nach rechts mit linkem Vokabular ist sinnlos und führt zur Stärkung der Dämonisierung. Die von Links durchgeführte Salamitaktik zur Spaltung des rechten Lagers ist erfolgreich, solange sich die Rechte nicht solidarisch verhält und rechte Akteure sich untereinander nicht respektieren. Bildung und rechte Bildungsinstitutionen sind dafür wesentlich, den politisch korrekten Konformismus zu überwinden. Le Gallou stellt die Frage, wer in der Geschichte Spuren hinterließ – die Vertreter der „Interessen des Augenblicks“ oder diejenigen, die die Grenzen der Dämonisierer überschritten haben wie z.B. Jeanne d’Arc oder Solschenizyn?

Die wirkungsvollsten Maßnahmen gegen die Dämonisierer sind dabei Furchtlosigkeit, das Auslachen der linken Akteure, Medienvertreter und das Lächerlich machen ihrer Etikettierungen. Ironie und Verachtung einerseits und niemals Zensur und Distanzierungen zulassen andererseits sind dabei die Mittel, die Verteufelungen ins Leere laufen zu lassen. Reconquéte!-Mitglied und Zemmour-Unterstützer Le Gallou führt konkret Politiker und prominente Fälle aus Frankreich und Europa an, die der Dämonisierung erfolgreich standhielten. Einige Beispiele schildern mitunter französische Verhältnisse, die angesichts bundesdeutscher Realität befremdlich erscheinen, wie etwa die Gründung der identitären Buchhandlung La Nouvelle Libraire mitten in Paris und eines dortigen Pressetermins Éric Zemmours anlässlich seines neuen Buches, an dem eine offenbar besonders prominente „Ikone der Vielfalt“ unter den sich drängenden Mainstream-Presseleuten kurzerhand mit deutlichen Worten abgewiesen wird, während ein alternativer Medienvertreter problemlos Zutritt erhält. Der Fall des sich nicht den politischen Korrektheiten unterwerfenden französischen Mediziners Gilles Freyer weist dagegen Parallelen zu Prof. Dr. Paul Cullen am Universitätsklinikum Münster auf, der vor Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe warnte und als Abtreibungsgegner massiven Angriffen und Entlassungsforderungen von links ausgesetzt war.

Von der Passivität in die Offensive

Die Dinge beim Namen zu nennen, den Cordon Sanitaire zu durchbrechen und die „Guten“ zu entlarven, sind die Postulate Le Gallous. Die Dämonisierten müssen ihrerseits zum Angriff übergehen und aufzeigen, dass linke Migrationsbefürworter den Interessen des Kapitals dienen und dabei helfen, durch importierte Billiglohnarbeiter Löhne zu drücken; dass die Gewinne daraus privatisiert, die Kosten und Lasten der Zuwanderung aber der Solidargemeinschaft aufgebürdet werden; dass Greenwashing und Klimahysterie neue Firmen und neue Produkte schaffen, die lediglich Finanzmärkte ankurbeln sollen; dass die „Söldner des Regenbogens“ und ihre Netzwerke Subventionen von Staat und EU, Forschungsgelder und Stellen unter sich verteilen; dass die Hüter der politischen Korrektheit ihre „Rassismus“-Seminare mithilfe moralischer Erpressung abhalten und sich teuer bezahlen lassen; dass Ereignisse des Zweiten Weltkriegs dann eine positive Umdeutung erfahren, wenn dies für antirussische Geopolitik nützlich ist.

Wer sich grundsätzlich einführend oder ausführlicher mit neurechten Theorien, linken Ideologien und den politischen Schlachtfeldern unserer Tage auseinandersetzen möchte, der sollte sich umfassenderen Schriften – bspw. von Alain de Benoist, Benedikt Kaiser, Martin Lichtmesz oder Manfred Kleine-Hartlage – widmen. Der Untertitel dieses Buches lautet „Ein Handbuch“, und genau das ist es auch: Ein Nachschlagewerk und knapper strategischer Überblick über die Methoden linker Diffamierung, linker Ideologeme und eine Hilfe zum Umgang damit nicht nur für selbstbewusste junge Rechte und Aktivisten, sondern auch für Landes- und Kreisverbände rechter Parteien der wirklichen Opposition. Es ist auch ein Appell an den Leser, mutig zu sein. „Habt Mut!“

Jean-Yves Le Gallou: Die Dämonisierung durchbrechen. Ein Handbuch, Jungeuropa Verlag, gebunden, 118 Seiten

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