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Österreich

Anstieg um 600 Prozent: Ex-Kanzler schockiert mit Strompreis-Prognose

Julian Schernthaner

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Die hohen Energiepreise machen vielen Österreichern zu schaffen. Nun mehren sich die Indizien, wonach das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Auch die E-Control ist der Ansicht, dass das hohe Strompreisniveau noch über mehrere Jahre andauern könnte.

Wien. – Ex-SPÖ-Kanzler Christian Kern schockierte die Öffentlichkeit am Donnerstag mit der Nachricht, dass die Großhandelspreise für Strom und Gas einen neuerlichen starken Sprung nach oben gemacht haben. Dies lässt die Deutung zu, dass die Teuerung zeitversetzt auch beim Verbraucher ankommen könnte. Ein Ende dieser rapiden Preisspirale nach oben ist vorerst nicht in Sicht.

600 Prozent Preisanstieg beim Strom?

Auf Twitter schrieb der frühere Kanzler: „Strom & Gas haben gestern im Großhandel einen weiteren großen Sprung nach oben gemacht. Für 2023 ist Strom jetzt mehr als 600% und Gas 750% teurer als vor einem Jahr. Diese Preise werden zeitverzögert bei Haushalten und Wirtschaft ankommen. Ohne rasche Systemreform wird es grimmig.“

Preiserhöhungen in Folgejahren schlagend

Die Schockprognose sorgte für Aufregung – und sie dürfte durchaus eine Grundlage haben. Dies berichtet die Heute unter Berufung auf die für die Regulierung der Strom- und Gaswirtschaft zuständige Behörde „E-Control“. Diese geht davon aus, dass die Preise weiter anziehen werden. Dies liege auch daran, dass die Energiekonzerne ihre Kapazitäten etwa zwei Jahre im Voraus einkaufen.

Die Konsumenten würden die Preiserhöhungen damit „Ende 2023, aber auch 2024 sowie 2025“ spüren. Die hohen Energiepreise würden somit auch die kommenden Jahre beschäftigen. Ein Ende der Preissteigerung wäre zudem nicht absehbar. Sowohl der Krieg in der Ukraine, als auch Wasserknappheit und Italien sowie die Wartung von französischen Atomkraftwerken würden eine Rolle spielen.

Hohe Energiepreise belasten Endverbraucher

Bereits derzeit ärgern sich viele Kunden über hohe Energiepreise: Der Strompreis verdreifachte sich innerhalb eines Jahres, der Gaspreis ist sogar um über 400 Prozent höher. Diese beiden Aspekte wirken aufeinander ein. Denn aufgrund des Merit-Order-Prinzips bestimmt das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung des Grundbedarfs nötig ist, den Strompreis. Dies ist aktuell ein Gaskraftwerk, weswegen die Stimmen laut werden, von diesem EU-weiten Prinzip abzurücken.

Darüber, wie man die hohen Preise für die Endverbraucher abfedern kann, gibt es aktuell politische Diskussionen. Die schwarz-grüne Regierung kokettiert mit einem Modell, bei dem ein bestimmter Bedarf einen vergünstigten Preis bekommen, für zusätzlich verbrauchte Energie aber der Normalpreis anfällt. Damit, so die Logik, würden die Menschen zusätzlich zum Energiesparen animiert. Teile der Opposition, allen vor an die Freiheitlichen, fordern seit Monaten einen tatsächlichen Preisdeckel.

Preisbremse frühestens im Herbst

Dass die Regierung weiterhin nur berät und sich den ganzen August damit Zeit lässt, verärgert diese zusätzlich. Denn so wird eine Preisbremse frühestens im Herbst schlagend. Wie die TAGESSTIMME berichtete, kritisierte FPÖ-Chef Kickl die lange Zeitschiene vor zwei Wochen: „Die schwarz-grüne Bundesregierung verhöhnt die Teuerungsopfer mit ihrer Ankündigungspolitik weiter, anstatt endlich für Preisdeckel auf Energie, Treibstoffe und Grundnahrungsmittel zu sorgen.“

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