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Österreich

Fall Jenewein: Absoluter Tiefpunkt des österreichischen Journalismus

Redaktion

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Die beiden FPÖ-Abgeordneten Christian Hafenecker und Dagmar Belakowitsch erheben schwere Vorwürfe gegen Teile der österreichischen Medienlandschaft.

Der mutmaßliche Suizidversuch des früheren FPÖ-Abgeordneten Hans-Jörg Jenewein hat am Sonntag die politische Landschaft in Österreich erschüttert. Über die Parteigrenzen hinweg erklärten zahlreiche namhafte Persönlichkeit ihre Anteilnahme.

Bekanntgeworden war der Fall durch einen Artikel der Kronen Zeitung. Am Sonntag um 14 Uhr schrieb die Krone, Jenewein habe sich das Leben nehmen wollen und liege in einem Wiener Spital im Koma. Außerdem behauptete das Blatt, ein Abschiedsbrief habe FPÖ-Chef Herbert Kickl belastet. Zahlreiche Medien in Österreich schrieben ab und verbreiteten die Meldung ungeprüft.

Schwere Vorwürfe gegen Medien

Knapp drei Stunden später meldete sich Jeneweins Schwester, die FPÖ-Nationalratsabgeordnete Dagmar Belakowitsch, via Aussendung zu Wort und erhob schwere Vorwürfe: „Offensichtlich setzen Medien ungeniert nicht nur Persönlichkeitsrechte außer Kraft, sondern verbreiten darüber hinaus ungeheuerliche Falschnachrichten. Laut eigener Auskunft meines Bruders gibt es keinen Abschiedsbrief, in dem er seine Verzweiflungstat angekündigt oder erklärt hat. Er liegt auch Gott sei Dank nicht im Koma.“ Eine derartige „mediale Hetze“ sei widerlich und rücksichtslos gegenüber der gesamten Familie, ganz besonders gegenüber der Ehefrau und den minderjährigen Kindern, betonte die FPÖ-Politikerin.

„Nur um der FPÖ und insbesondere dem Parteiobmann zu schaden und um Klicks und Auflage zu machen, werden auf dem Rücken einer Familie Persönlichkeitsrechte massiv verletzt und dreiste Unwahrheiten verbreitet. Ich erwarte mir von den Medien jetzt ein Mindestmaß an Anstand und Zurückhaltung im Sinne der gesamten Familie!“, so Belakowitsch.

Wer nun glaubt, die Krone hätte sich daraufhin für ihren Fehler entschuldigt, der irrt sich: Ohne jeden Hinweis auf die zuvor verbreiteten Falschmeldungen änderte das Blatt die Überschrift und strich einfach die Behauptung über den angeblichen Abschiedsbrief. Die Koma-Behauptung änderte die Krone ab. Jetzt heißt es dort schlicht: „Zunächst gab es Meldungen, dass er im Koma sei, mittlerweile ist er aber außer Lebensgefahr.“

Hafnecker: „Tiefpunkt des österreichischen Journalismus“

Am Montag sprach FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker in einer Aussendung von einem „absoluten Tiefpunkt des österreichischen Journalismus, durch den alle Dämme des Anstands gebrochen wurden“. Was sich weite Teile des Medienlandschaft – allen voran Kronen Zeitung und Kurier – hier erlaubten, sei unfassbar. „Mit Journalismus hat das nichts mehr tun – das ist übelste Hetze“, zeigte sich Hafenecker erschüttert.

Der freiheitliche Mediensprecher forderte eine umgehende Stellungnahme des Österreichischen Presserates: „In Punkt 12 des ,Ehrenkodex für die österreichische Presse´ haben sich die am Presserat teilnehmenden Medien klare Grundsätze für den Umgang mit Suiziden und Suizidversuchen gegeben, wie etwa allgemeine Zurückhaltung sowie den Verzicht auf überschießende Berichterstattung. Im Fall von Hans-Jörg Jenewein wurden all diese Grundsätze willkürlich über Bord geworfen. Der Presserat muss sich daher sofort damit befassen und klare Worte der Verurteilung zu diesen publizistischen Abgründen finden! Immerhin sind die Damen und Herren dort auch sonst selten um mahnende Worte verlegen.“

Hilfenummern

In Österreich gibt es zahlreiche, kostenlose Einrichtungen und Telefonnummern, die bei Suizidgedanken und in Krisensituationen ihre Hilfe anbieten:

  • Telefonseelsorge: 142 (Notruf) rund um die Uhr erreichbar
  • Kriseninterventionszentrum: 01/406 95 95 Mo-Fr von 10-17 Uhr erreichbar
  • Rat auf Draht: 147 rund um die Uhr für Kinder und Jugendliche erreichbar
  • Psychosozialer Dienst (PSD) Wien: 0/ 31330 rund um die Uhr erreichbar
  • Männernotruf: 0800 246 247 rund um die Uhr erreichbar
  • Frauenhelpline: 0800 222 555 rund um die Uhr erreichbar

Die FREILICH-Studie „FPÖ am Ende“ untersucht das Verhältnis der Kronen Zeitung zur FPÖ nach Ibiza. HIER geht es zur Studie.

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