Connect with us

Wirtschaft

Gas-Lieferungen: Polen stellt Bedingungen an Deutschland

Avatar

Published

on

Ein Sprecher der polnischen Regierungspartei PiS stellte Bedingungen für die Lieferung von Erdgas an Deutschland im Falle einer Versorgungskrise.

Da Gazprom Polen und Bulgarien vom Bezug von Erdgas über die Jamal-Pipeline ausgeschlossen hat, fließt seit dem 26. April ein Großteil des benötigten Erdgases durch den deutschen Teil der Pipeline nach Polen. Physisch fließt das Gas noch, lediglich ökonomisch wurden die beiden Staaten von der Teilhabe ausgeschlossen. Gazprom hat die Gasmenge, die es mit der Jamal-Pipeline in den Westen schickt, um die Menge gesenkt, die normalerweise Polen und Bulgarien gekauft hätten, was ebenfalls eine Minderung des Ertrags für Deutschland bedeutet, welches den polnischen Händlern nun das russische Gas „zurückschickt“.

Ungleichgewicht der Leistungen

Dieser Handel mit russischem Gas brachte die polnischen Speicher auf einen aktuellen Füllstand von 98 Prozent, Deutschland hat dagegen nur 64 Prozent seiner Kapazitäten gefüllt. Ob die Deutschen im Falle einer Energiekrise mit Unterstützung durch den östlichen Nachbarn rechnen können, ist unklar. Krysztof Sobolewski, Generalsekretär der PiS-Partei, knüpfte Unterstützung jeder Art an die Erfüllung von „Bedingungen“, wie etwa die Klärung der Frage nach deutschen Reparationszahlungen. “Wir sind immer offen und bereit zu helfen – das sieht man am besten an der Situation in der Ukraine”, erklärte der PiS-Generalsekretär. ”In erster Linie wollen wir mit denen teilen, die in anderen Dingen ihre Solidarität mit Polen bewiesen haben.”

CSU fordert Solidarität der EU

Der deutsche CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber betonte indes, Deutschland brauche jetzt die Solidarität der EU. Natürlich habe man die Gefahr unterschätzt, dass Russland die Gasleitungen als politisches Druckmittel nutzen könnte.

Deutschland brauche jetzt die Solidarität der EU, sagt dagegen der CSU-Europaparlamentarier Markus Ferber. Und natürlich, so der wirtschaftspolitischer Sprecher der christdemokratischen EVP, der größten Fraktion im EU-Parlament, habe man die Gefahr unterschätzt, dass die Gasleitungen als politisches Druckmittel Moskaus dienen könnten. „Auf der anderen Seite war Deutschland in den letzten Jahren sehr solidarisch in der Gasversorgung gerade in Richtung Mittel-und Osteuropa. Wenn wir heute sehen, dass Polen seine Gasspeicher schon komplett gefüllt hat, dann muss auch Solidarität in die andere Richtung mal funktionieren“, betonte Ferber.

Kritiker sehen in dieser Position die Bestätigung, dass Polen Deutschland und die EU nur als Geldgeber für seine nationalen Interessen missbrauche und damit die fundamentalen Ideen der europäischen Solidarität untergrabe.

Click to comment

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Beliebt