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Wirtschaft

EZB-Chefin Lagarde: Inflation wird weiter steigen

Redaktion

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Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, glaubt nicht, dass eine niedrige Inflation zurückkommt. Stattdessen sei die Zweiprozent-Erwartung der EZB früher zu niedrig gewesen.

Frankfurt/Main. – Die Teuerungsrate in der Eurozone ist auf einemhistorischen Höchststand – trotz leichter Abschwächung in Deutschland. Am Mittwoch äußerte Christine Lagarde auf einer EZB-Konferenz, dass sie nicht an eine Rückkehr zu niedriger Inflation glaube. Die EZB habe jahrelang mit einer viel zu niedrigen Teuerungsrate gerechnet. Zwar hoffe Lagarde darauf, dass die Rate sich mittelfristig wieder bei zwei Prozent einpendelt, doch aktuell sei das auch aufgrund des Ukrainekriegs einfach „absolut nicht das, was jetzt passiert.“

Zinssätze werden angehoben

Die Verbraucherpreise in der Eurozone erreichten derweil im Juni mit 8,6 Prozent Verteuerung zum Vorjahresmonat einen neuen Höchstpunkt. Dies relativiert die kleine Abschwächung von 7,9 Prozent auf 7,6 Prozent Inflation, die Deutschland im Juni u.a. aufgrund des Tankrabattes und des 9-Euro-Tickets sah. Diese Veränderung macht jedoch auf die gesamte Eurozone gerechnet offenbar kaum etwas aus.

Als Reaktion auf die anhaltende Superinflation wird die EZB ihre wichtigsten Zinssätze im Juli zum ersten Mal seit 2011 um 0,25 Prozent anheben. Dies geschieht in einem Umfeld, in dem Energiepreise für Verbraucher um über 40 Prozent teurer geworden sind und die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland über 33 Prozent teurer sind als im Vorjahr.

Experten rechnen damit, dass sich diese Erhöhung noch in deutlichen zweistelligen Verbraucherpreis-Steigerungen ausdrücken wird. Für gewöhnlich reisen die Preiserhöhungen für Gewerbe schrittweise die Wertschöpfungskette entlang, bis sie mit einigen Monaten Abstand beim Endverbraucher angelangen. Ob die EZB-Gegenmaßnahme daran etwas ändert, wird abzuwarten sein.


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