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Österreich

Schwarzer Absturz: FPÖ verdrängt ÖVP in Umfrage auf dritten Platz

Julian Schernthaner

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Ein absoluter Umfrage-Hammer: Die Kanzlerpartei sinkt immer weiter in der Wählergunst und würde aktuell nur mehr auf den dritten Platz kommen. Das ergab eine Befragung, welche die Lazarsfeld Gesellschaft von 27.-28. Juni unter 2.000 Befragten durchführte.

Wien. – Die prozentualen Verschiebungen sind nur minimal – aber in ihrer Bedeutung ist es ein echtes Politbeben. Im Vergleich zur letzten Nationalratswahl hat die Volkspartei bereits 17 Prozent eingebüßt. Wäre am Sonntag Nationalratswahl, würde sie demnach nur mehr auf 21 Prozent der Stimmen kommen. Sie würde den zweiten Platz an die Freiheitlichen einbüßen – zuletzt waren diese vor der Übernahme der ÖVP durch Sebastian Kurz im Jahr 2017 in Umfragen vor der Volkspartei klassiert.

FPÖ so stark wie „seit Ibiza“ nicht mehr

Stärkste Kraft wäre weiterhin wie in den letzten Wochen bereits die SPÖ. Diese würde auf 31 Prozent kommen und wäre somit in Umfragen so stark wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die FPÖ wiederum kann ihren Höhenflug fortsetzen und käme inzwischen auf 22 Prozent – einen stärkeren Stand hatte sie „seit Ibiza“ nicht mehr. Das wären knapp sechs Prozent mehr als bei der letzten Nationalratswahl (16,2 Prozent).

Um den vierten Platz würden sich aktuell die Grünen und die NEOS duellieren – mit unterschiedlichen Vorzeichen. Beim Junior-Koalitionspartner ist es eine Erholung von der kurzfristigen Einstelligkeit in Umfragen, aber ein Absturz im Vergleich zur letzten Wahl (13,9 Prozent). Die Pinken verlieren gegenüber jüngeren Umfragen, stünden aber stärker da als beim Urnengang 2019 (8,1 Prozent).

Nach derzeitigem Stand weiterhin im Nationalrat vertreten wäre die junge Partei MFG, allerdings nur mehr knapp – mit vier Prozent. Noch im März konnten sich acht Prozent vorstellen, bei einer baldigen Neuwahl die impfkritische Partei, die sich als Grundrechtsbewegung versteht, zu wählen.

Schwarzes Umfrage-Tief auch in Tirol

Ungemach für die Schwarzen gibt es allerdings nicht nur im Bund, sondern auch in Tirol, wo am 25. September nach dem angekündigten Rücktritt von Langzeit-Landeshauptmann Günther Platter die nächste Landtagswahl stattfindet. Die ÖVP, die dort jahrzehntelang mit absoluter Mehrheit regierte, fiel zuletzt in einer Umfrage auf ein Allzeit-Tief von 30,1 Prozent. Auch hier käme die FPÖ auf den zweiten Platz (16,6 Prozent), noch vor der SPÖ (15,2 Prozent).

Die zerklüfteten Präferenzen der Wähler würden aktuell eine spannende Konstellation bedeuten. Denn erstmals wäre die Volkspartei, die aktuell noch mit den ebenfalls im Umbruch befindlichen Grünen koaliert, auf ein Dreierbündnis angewiesen. Zugleich gäbe es kein anderes Dreierbündnis gegen die Volkspartei: Es sind sprichwörtliche „italienische Verhältnisse“ in Tirol. Starke Zugewinne gäbe es für die NEOS mit 11,5 Prozent (plus 6,4) und die Liste FRITZ (9,6 Prozent; plus 4,1).

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