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Kultur

DAS POLITISCHE BUCH: Revolution von rechts

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Im Vorjahr veröffentlichte der Uwe-Berg-Verlag mit Hans Freyers „Revolution von rechts“ den nächsten Quellentext aus der Konservativen Revolution.

Eine Leserrezension

Hans Freyer, Soziologe, Historiker und Philosoph, kann sicherlich zu den (zu Unrecht) vergessenen Denkern der deutschen 1920er-Jahre gerechnet werden. Dabei brachte der vielseitige Autor nicht nur zahlreiche Schriften hervor, sondern beeinflusste sowohl Jugendbewegung als auch andere nonkonforme Denker wie Arnold Gehlen, Ernst Jünger und Martin Heidegger.

Quellentext aus der Konservativen Revolution

Verschiedene Werke Freyers sind nicht nur nach 1945 ausgesondert worden, sondern auch antiquarisch nur noch schwer zu kriegen. Eines dieser Werke, „Revolution von rechts“ hat der Uwe-Berg-Verlag in seiner bekannten „Schriftenreihe der Konservativen Revolution“ neu aufgelegt. Erschienen ist das Werk als fünfter Teil der „Jungkonservativen“-Reihe in der für die Schriftenreihe prägnanten Aufmachung. In der recht kurzen, dafür aber umso inhaltsreicheren Schrift behandelt Freyer eine für diese Zeit noch neue Erscheinung, nämlich der Revolution von „rechts“, die nicht mehr nur Reaktion ist. Als großen Unterschied zur Revolution von „links“ sieht er den Umstand an, dass die Revolution von „rechts“ ums Ganze geht, also um das ganze Volk und den ganzen Staat und nicht nur um Partikularinteressen. Ausgangsbasis der Revolution ist für ihn das Volk, das sich aus den geistigen Strömungen des 19. Jahrhunderts befreit und einen neuen Staat anstrebt.

Neben diesen Betrachtungen finden sich scharfsinnige Erklärungen, was für Freyer eine Revolution, einen Revolutionär und die Verortung als „rechts“ ausmacht. Dabei sind nicht nur Freyers Gedanken an sich lesenswert, sondern auch seine Nonkonformität für viele „rechte“ Denker. Obwohl das Buch, das erstmals 1931 erschien, mittlerweile über 90 Jahre alt ist, findet auch die heutige Rechte genügend überdenkenswerte Positionen in Freyers Werk. Vielleicht handelt es sich nicht gerade um die geeignete Lektüre, wenn man es sich auf den Samtsesseln der Parlamente bequem gemacht hat, dafür um eine umso bessere, wenn man sich nicht mit kleinen Reformen zufrieden gibt, sondern es einem buchstäblich ums Ganze geht. Für die „Revolution von rechts“ ist Freyer jedenfalls heute genauso aktuell wie vor 90 Jahren.

Hans Freyer: „Revolution von rechts“, Uwe Berg-Verlag, 2021, Quellentexte Schwarze Reihe (Band 5), 88 Seiten, gebunden

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