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Spanien: „Menstruationsurlaub“ bei heftigen Beschwerden

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Spanien will es Frauen, die unter starken Menstruationsbeschwerden leiden, ermöglichen, drei Tage lang zu Hause zu bleiben. Die Regierung ist sich aber noch uneinig.

Madrid. – Spanien könnte das erste westliche Land werden, das es Frauen erlaubt, jeden Monat mehrere Tage „Menstruationsurlaub“ am Arbeitsplatz zu nehmen. Der Vorstoß ist Teil eines neuen Gesetzesvorschlags, der nächste Woche vorgestellt werden soll. Wie nationale Medien berichten, wird erwartet, dass die spanische Regierung die Maßnahmen als Teil eines umfassenderen Gesetzesentwurfs zur reproduktiven Gesundheit und zum Abtreibungsrecht genehmigt. Die Einzelheiten sollen am Dienstag bekannt gegeben werden.

Freie Tage bei starken Beschwerden

Nach Angaben der Zeitung El Pais sieht der Gesetzesentwurf mindestens drei Krankheitstage pro Monat für Frauen vor, die unter starken Menstruationsbeschwerden leiden. Dieser „medizinisch überwachte Urlaub“ kann für Frauen, die unter starken Krämpfen, Übelkeit, Schwindel und Erbrechen leiden, sogar auf fünf Tage verlängert werden. Weltweit wird der Menstruationsurlaub derzeit nur in einigen wenigen Ländern angeboten, darunter Japan, Taiwan, Indonesien, Südkorea und Sambia.

„Wenn das Problem nicht medizinisch gelöst werden kann, halten wir es für sehr vernünftig, dass es eine vorübergehende Arbeitsunfähigkeit in diesem Zusammenhang gibt“, sagte Ángela Rodríguez, Spaniens Staatssekretärin für Gleichstellung und gegen geschlechtsspezifische Gewalt, kürzlich in einem Interview mit der Zeitung El Periodico. Es sei wichtig, klarzustellen, was eine schmerzhafte Periode ist. „Wir sprechen hier nicht von leichtem Unbehagen, sondern von ernsthaften Symptomen wie Durchfall, starken Kopfschmerzen und Fieber“, so Rodríguez.

„Mestruationsurlaub als Stigma“

Der Vorschlag für einen Menstruationsurlaub ist noch nicht beschlossene Sache. Denn selbst die linke Koalitionsregierung des Landes ist Berichten zufolge über den Plan gespalten. So sind einige Sozialdemokraten besorgt, dass ein Menstruationsurlaub sich nachteilig auf Frauen auswirken könnte, indem er Arbeitgeber davon abhält, sie einzustellen. Cristina Antoñanzas, stellvertretende Sekretärin der UGT, einer führenden spanischen Gewerkschaft, warnte sogar davor, dass der Schritt Frauen stigmatisieren könnte. „Langfristig könnte dies ein weiteres Handicap für Frauen bei der Arbeitssuche sein“, sagte sie gegenüber Euronews. „Denn wir alle wissen, dass wir schon oft gefragt wurden, ob wir Mütter sind, etwas, das nicht gefragt werden darf und das Männer nicht gefragt werden. Wird der nächste Schritt sein, uns zu fragen, ob wir Menstruationsbeschwerden haben?“

Abtreibung bei Minderjährigen ohne elterliche Zustimmung

Die spanische Wirtschaftsministerin, Nadia Calviño, versuchte indes zu beruhigen. „Lassen Sie es mich noch einmal ganz deutlich sagen: Diese Regierung glaubt an die Gleichstellung der Geschlechter und ist ihr absolut verpflichtet, und wir werden niemals Maßnahmen ergreifen, die zu einer Stigmatisierung von Frauen führen könnten“, sagte Calviño.

Der Gesetzesentwurf, der nächte Woche vorgestellt werden soll, sieht auch eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Hygieneprodukte wie Tampons und Binden und die kostenlose Bereitstellung entsprechender Produkte in Schulen und Bildungszentren vor. Zudem würde das neue Gesundheitsgesetz das Recht auf einen kostenlosen Schwangerschaftsabbruch im öffentlichen Gesundheitssystem des Landes garantieren und die Vorschrift abschaffen, dass 16- und 17-Jährige für den Eingriff die Zustimmung ihrer Eltern benötigen.

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