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Knappes Rennen vorausgesagt: Macron & Le Pen in Stichwahl am 24. April

Julian Schernthaner

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Die erste Runde der französischen Präsidentschaftswahl ist geschlagen. Dabei konnte Amtsinhaber Emmanuel Macron zwar den ersten Platz erringen – muss aber in zwei Wochen in einer Stichwahl gegen Marine Le Pen bestehen. Das Duell ist also dasselbe wie vor fünf Jahren: Diesmal werden der Chefin des rechten Rassemblement National aber durchaus Chancen eingeräumt.

Paris. – Die Kritik an Präsident Emmanuel Macron wuchs in den letzten Jahren zusehends. Nach geplanten Steuererhöhungen erntete er einst über ein halbes Jahr lang die Gelbwesten-Proteste, gegen sein hartes Corona-Regiment demonstrierten erneut wöchentlich Hunderttausende. Faktisch seit seinem Amtsantritt schlägt sich Macron innenpolitisch mit dem Ruf herum, zudem der „Präsident der Reichen“ zu sein. Da auch über Frankreich aktuell eine weitere Teuerungswelle hereinbricht, könnte diese Ausgangslage nun dafür sorgen, dass sogar zahlreiche Unterstützer des prononciert linken Kandidaten Jean-Luc-Melenchon bei der Stichwahl am 24. April eher für Le Pen als für den globalisierungsfreundlichen Macron stimmen.

Soziale Themen halfen Le Pen & Melenchon

Im mit Spannung erwarteten ersten Wahlgang am Sonntag schnitt Macron vorerst besser ab, als dies manche Beobachter zugetraut hatten. Er kam auf 27,6 Prozent, doch Le Pen folgt mit 23,4 Prozent auf den Fersen. Dieses Ergebnis erreichte diese trotz Konkurrenz im eigenen Lager: Der vor allem in vorpolitischen Raum sehr präsente Éric Zemmour kam auf 7,1 Prozent der Stimmen und auf Platz vier. Nichtsdestotrotz konnte dieser das Thema Ersetzungsmigration zum Wahlkampfthema machen.

Zugleich stürzten sich etablierte Medien vor allem auf seine Person, womit die übliche Dämonisierung Le Pens weitaus weniger stark ausfiel als beim letzten Mal. Zwischenzeitlich lagen Zemmour und Le Pen in Umfragen beinahe gleichauf – letztendlich spielte ihr die aktuelle Themenlage aber deutlich in die Karten. Denn ihre Partei beackert seit Jahren auch die soziale Frage. Weil dieser derzeit so drängend ist, konnte auch der linksradikale Kandidat Melenchon etwa 22 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

Stichwahl am 24. April: Knappes Rennen vorausgesagt

Bei der Stichwahl am 24. April stellt sich nun vor allem die Frage, wen diese Personen wählen werden. In früheren Wahlgängen, in denen Le Pen oder ihr Vater die Stichwahl erreichen konnten, vereinte sich jeweils das gesamte Establishment neben dem vermeintlich „gemäßigten“ Kandidaten. Ob diese Polarisierung diesmal erneut stattfindet, wird sich weisen.

Ersten Umfragen am Wahltag zufolge könnte es zwischen Macron und Le Pen knapp werden. Unterschiedlichen Erhebungen zufolge dürfte Macron bei der Stichwahl auf nur 51-54 Prozent der Stimmen kommen – während Le Pen am gestrigen Sonntag zwischen 46-49 Prozent der Wählergunst auf sich vereinen könnte. Falls dieses Stimmungsbild repräsentativ ist, scheintdieser Abstand nicht gerade unaufholbar…

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