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London kippt wohl geplante Impfpflicht im Gesundheitswesen

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Grund für die Kehrtwende ist neben dem milden Verlauf bei Omikron auch die Angst vor einem massiven Schwund des Personals.

London. – Am Montag berichteten mehrere britische Medien, dass die Regierung die geplante Impfpflicht für Ärzte und Pfleger im Nationalen Gesundheitsdienst (NHS) kippen möchte. In einer Erklärung an die Abgeordneten bestätigte Gesundheitsminister Sajid Javid am Montagabend diesen Schritt, wie der Guardian berichtet. Von der Kehrtwende wären dann wohl auch Pfleger in Altenheimen betroffen, für die eine Impfpflicht bereits im vergangenen Jahr eingeführt worden war.

Auswirkung der Impfpflicht „katastrophal“

Als Gründe für den Kurswechsel bei der Impfpflicht gelten die allgemeine Entwarnung bei der Omikron-Variante und die Befürchtung, dass dem NHS bis zu 80.000 Ärzte und Pfleger verloren gehen könnten. Ein ähnliches Phänomen war nach der Einführung der Impfpflicht für Altenpfleger zu beobachten gewesen. So mussten Schätzungen zufolge 40.000 Betroffene den Dienst quittieren, weil sie zum Stichtag keinen Impfnachweis erbringen konnten. Sie würden jetzt wohl wieder eingestellt, weil der Sektor unter erheblichen Personalengpässen leidet.

Der Anteil der ungeimpften Beschäftigten im staatlichen NHS, zu denen nicht nur Ärzte und Krankenpfleger zählen, liegt bei fünf Prozent, wie die FAZ berichtet. Die zentralen Vertretungen für Krankenschwestern, Hebammen und Hausärzte hatt in den vergangenen Wochen wiederholt einen Aufschub der Impfpflicht gefordert. Deren Auswirkung wurde als „katastrophal“ bezeichnet.

Diskussion über Verhältnismäßigkeit der Impfpflicht

Nach den ursprünglichen Plänen sollte die Pflicht zum Impfnachweis vom 1. April an greifen. Dafür hätten die Ungeimpften spätestens bis zum 3. Feber ihre erste Spritze bekommen müssen. Demnach hätte Ungeimpften, die nicht in eine patientenferne Abteilung versetzt werden könnten, im April die Kündigung gedroht. Nach den Meldungen über den bevorstehenden Kurswechsel äußerten sich mehrere Verbände erleichtert.

Die Regierungsentscheidung gilt auch als Konsequenz ihres neuen Slogans, „mit Covid leben zu lernen“. Regierungsvertreter, die an der Entscheidung beteiligt waren, wurden am Montag mit den Worten zitiert, „dass Omikron die Lage verändert hat“. Auch wenn die Variante leichter übertragbar sei, hätten „alle Studien gezeigt“, dass sie mit leichteren Krankheitsverläufen einhergehe. „Das hat die Diskussion darüber verändert, ob eine Impfpflicht noch verhältnismäßig ist.“

Ab 11. Feber keine Einschränkungen mehr

Erst unlängst hatte die Regierung alle Einschränkungen für England aufgehoben, die zu Beginn der Omikron-Welle eingeführt worden waren, darunter auch die Maskenpflicht. Vom 11. Feber an sollen dann auch noch die letzten verbliebenen Maßnahmen abgeschafft werden, also die Testpflicht für Einreisende und die fünftägige Quarantäne für Infizierte.

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