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Deutschland

Meuthen-Austritt: Die Reaktionen

Redaktion

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Der bisherige AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen hat die Partei verlassen. Die TAGESSTIMME hat einige der Reaktionen in den sozialen Medien gesammelt:

Beatrix von Storch (stellv. AfD-Bundessprecherin):

„Die AfD verliert mit Jörg Meuthen einen ihrer Bundessprecher. Doch der Abgang von zwei Vorgängern hat uns bereits gezeigt, dass der Erfolg der AfD nicht an einzelnen Personen hängt. Entscheidend ist unser Programm. Dem Programm werden wir treu bleiben und Kurs halten.“

Andreas Beck (AfD-Bundestagsabgeordneter):

„Ich begrüße den Austritt von Meuthen. Seine undurchsichtige Spendenaffäre und parteischädlichen Äußerungen zum Bundespräsidenten-Kandidaten der AfD haben uns massiv geschadet.“

Roger Beckamp (AfD-Bundestagsabgeordneter):

„Ich danke Jörg Meuthen für die vielen entbehrungsreichen Jahre, die er für die Partei erbracht hat. Und ich bin mit ihm froh, dass er nun geht. Die Partei liebt ihn nicht mehr und er sie auch nicht. Enttäuschte Liebe ist schlimm. Aber auch das geht vorbei.“

Maximilian Krah (AfD-Europaabgeordneter):

„Dass Jörg Meuthen nach der Nominierung von Max Otte zum Präsidentschaftskandidaten vom Parteivorsitz zurücktritt, ist verständlich. Dass er zugleich die Partei verlässt, bedauerlich. Dass er diese Partei, die ihm den Weg von einem bedeutungslosen Ökonomielehrer an einer Beamtenhochschule zu einem bundesweit bekannten Politiker ermöglicht hat, mit Jauche besprüht, ist menschlich schäbig.“ (Gegenüber der TAGESSTIMME)

Björn Höcke (Landessprecher AfD Thüringen):

„Ich respektiere die Entscheidung von Jörg Meuthen und wünsche ihm privat und beruflich die Zufriedenheit, die er in der Partei nicht finden konnte.“

Ulrich Siegmund (stellv. Fraktionvorsitzender AfD Sachsen-Anhalt):

„Die Art und Weise wie Meuthen abtritt, lässt für mich nur eine einzig logische Schlussfolgerung zu: Die AfD hat einen V-Mann weniger in ihren Reihen.“

Carlo Clemens (JA-Bundesvorsitzender):

„Ich war mal ein großer Fan von Meuthen. Doch mit seinen Egotrips in der letzten Zeit hatte er die Bemühungen konstruktiver Kräfte aller Strömungen stetig torpediert, die AfD zu beruhigen, zu professionalisieren und programmatisch weiterzuentwickeln. Damit hatte Meuthen mitnichten zur Mäßigung beigetragen, sondern eher einigen destruktiven Typen Aufwind verschafft. Dass er nun im Wording willfährig den Kronzeugen für den instrumentalisierten VS mimt, rundet das Bild eines Mannes ab, der persönlich abrechnen möchte.

Ich sehe seinen Austritt tatsächlich als Chance für einen neuen Konsens und ein Ende künstlich befeuerter Lagerkämpfe zwischen Ost und West, zwischen vermeintlich ‚gemäßigt‘ und ‚böse‘. Dieser Vernunft-Konsens muss nun von allen Führungspersönlichkeiten glaubhaft getragen werden. Ich will gar nicht verhehlen, dass Meuthen Ziel von Attacken war, die unter die Gürtellinie gingen. Ich vergesse auch nicht seine großen Verdienste für die Partei. Ich kann den persönlichen Frust nachvollziehen. Aber hier geht es weiter.“

Jean-Pascal Hohm (Vorsitzender der AfD Cottbus):

„Dass das Agieren Jörg Meuthens der AfD in den letzten Monaten geschadet hat, wird kaum einer bestreiten. Sein Austritt ist konsequent. Trotzdem ist es kein gutes Zeichen, dass bis auf Gauland alle ehem. Vorsitzenden die Partei im Schlechten verlassen haben.

Wir brauchen endlich Führungspersönlichkeiten, die von Anfang an klare politische Standpunkte und Visionen formulieren, für diese gewählt werden und dann die Partei auch wirklich führen.

Ebenso braucht es einen besseren menschlichen Umgang miteinander. Wer öffentlich gewählte Vorsitzende angreift oder sie im Internet zu Witzfiguren macht, schadet der gemeinsamen Sache genauso wie Vorsitzende, die Teile der eigenen Partei unter Extremismusverdacht stellen.“

Marie-Thérèse Kaiser (AfD):

„Es ist bedauerlich, dass Prof. Dr. Meuthen diese Entwicklung genommen hat. Für die AfD ist sein Austritt nun die Chance, zu neuer Einigkeit zu finden.“

Erika Steinbach (Desiderius-Erasmus-Stiftung):

„Nach meinem Austritt aus der CDU hatte ich nicht vor, nochmals einer Partei beizutreten. Der indiskutable Umgang von Medien und Politik mit der AfD, einer noch jungen Partei, einerseits und der nicht nachvollziehbare, unfaire Austritt Jörg Meuthens andererseits haben mich zum Umdenken bewogen.

Die AfD, mit ihrem zutiefst bürgerlichen Programm, hat durch das Engagement zahlloser Mitglieder einen in der Geschichte der Bundesrepublik einmaligen Aufstieg genommen. Als einzige bürgerliche Alternative ist diese Partei ein politischer Hoffnungsschimmer in ziemlich verdunkelter Zeit. Extremistische und verfassungsfeindliche Bestrebungen habe, wie die letzten Monate deutlich gezeigt haben, keinen Platz in der AfD.

Bürger aus unterschiedlichsten Schichten haben durch ihr Einstehen für die AfD Stigmatisierung, Ausgrenzung bis hin zu beruflichen Nachteilen mit Jobverlust und Gewalt hingenommen. Aus Überzeugung und Liebe für unser Land sind sie trotzdem nicht ausgetreten, sondern haben bei Wind und Wetter auf Straßen und Plätzen für die AfD gekämpft.

Der bewusst zerstörerische Austritt von Jörg Meuthen, der wohlsituiert sein Eropamandat behält, ist für viele, die hinter ihm standen, ein Schlag ins Gesicht.

Das hat die AfD nicht verdient. Deshalb werde ich jetzt einen Mitgliedsantrag stellen.“

Jurij Kofner (AfD-Berater, Mitglied der JA):

„Mit Prof. Dr. Meuthen verliert die AfD einen gebildeten Ökonomen, den ich auf persönlicher Ebene sehr wertschätze. Ich wünsche ihm und seiner Familie alles Gute in der Zukunft. Auf politischer Ebene jedoch, muss ich konstatieren: Meuthen führte das liberale Lager in der AfD schon seit einigen Jahren nicht mehr an – weder intellektuell noch organisatorisch. Im Gegensatz zum Solpat-Flügel war das Freipat-Lager ‚kopflos‘ – schon lange bevor Dr. Meuthen heute offiziell ausschied. Viele freiheitliche Patrioten hatten diesen Mangel an Führung und Unterstützung für ihre Ansichten deshalb satt – sowohl in der Partei, in der JA als auch in der parteinahen Erasmus-Stiftung (DES).

Sein Austritt ist sogleich die Chance für neue junge, frische, freiheitsliebende Patrioten, auf die Parteibühne zu treten und den freiheitlich-konservativen Kräften eine neue Führungsrolle anzubieten. Die Zukunft der AfD, die ihr in ein paar Jahren gewiss auch eine Regierungsbeteiligung bescheren kann, sehe ich nur als eine ‚deutsche FPÖ‘. Auch wenn ich einige Ansätze des Solpat-Flügels zur Sozial-, Steuer und Migrationspolitik selbst nicht teile, da ich diese zu etatistisch bzw. ‚eng‘ empfinde, so weise ich dennoch Meuthens falsche Behauptungen angeblich einflussreicher rechtsextremer Elemente in der AfD eindeutig zurück.

Der größere Teil der Partei ist freiheitlich-konservativ, ein kleinerer national- und sozialkonservativ. Aber niemand von uns ist rechtsextrem. Die wichtigste Aufgabe besteht nun darin, dem ‚hellblauen‘ Lager in der AfD Führung zu geben und auch dem ‚dunkelblauen‘ Flügel zu zeigen, dass uns viel mehr eint als unterscheidet. Es bleibt dabei, gemeinsam sind wir die letzte Hoffnung für Deutschland – auch deshalb haben die Freiheitlichen in der AfD kein moralisches Recht aufzugeben.“

Erik Ahrens (konflikt Magazin):

„Der Austritt kam für uns nicht überraschend, denn es wirkte schon seit Monaten nur noch wie eine Frage der Zeit. Das vergiftete Abschiedsgeschenk hätte Herr Meuthen sich sparen können. Auch wir beobachten die AfD intensiv und sehen in ihr die einzige wirkliche Oppositionspartei, was für eine Demokratie lebenswichtig ist. Dass Herr Meuthen dort gar von ‚totalitären Anklängen‘ spricht, ist beschämend. Offenbar bedient er sich an Antifa-Rhetorik, um nach dem Austritt wieder in die feine Gesellschaft zurückzufinden.“ (Quelle: konflikt Magazin)

Benedikt Kaiser (Politikwissenschaftler, Autor):

„Eine Erlösung für die Partei, ihre Jugend, ihr Vorfeld. Es geht hier nicht um Inhalte, keineswegs. Sondern um Menschliches bzw. Allzumenschliches, Gefallsucht bzw. Anpassung an den Gegner. Ein ’normaler‘ Vorgang, kein Grund, die Partei abzuschreiben oder als Spaltungsobjekt zu missinterpretieren. Was mich allerdings doch ein wenig frappiert, ist die Art und Weise des Abtritts: Er erfolgt ausgerechnet über jene Medien, die keine ‚moderate‘ AfD wollen, sondern gar keine.

Dass Meuthen einmal mehr zum bereitwilligen Zeugen des politmedialen Komplexes wird, lässt Ungutes für kommende Verfahren rund um die Partei ahnen … Ansonsten gilt es jetzt: strömungs- und regionenüberschreitend gemeinsam nach vorn. Die politischen Hauptgegner sitzen doch nicht in der eigenen Partei, sondern in der Regierung.“ (Quelle: konflikt Magazin)

Boris T. Kaiser (Autor, Journalist):

„Über seine Beweggründe kann man meinetwegen streiten. Aber der Zeitpunkt seines Parteiaustritts zeigt vor allem eins: Jörg Meuthen geht es, vor allem und in erster Linie, um Jörg Meuthen.“

Georg Restle (Journalist, ARD):

„Meuthens Niederlage, Höckes Sieg. Der Märchenonkel einer angeblich bürgerlich-konservativen Partei verlässt die Bühne. Zurück bleibt ein tiefbraun vergorener Haufen, dessen rechtsextremistische Gesinnung damit wohl auch amtlich sein dürfte.“

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