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Kultur

Jutta Ditfurth will rechte Verlage von Buchmesse ausschließen

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Um die Teilnahme rechter Verlage an der Buchmesse zu verhindern, fordert Ditfurth eine Prüfung der Aussteller. Historiker und „erfahrene Antifaschisten“ könnten dies „ohne Probleme in kurzer Zeit“ herausarbeiten.

Frankfurt am Main. – Jutta Ditfurth, Mitglied der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung für die Partei „Ökologische Linke“ und Publizistin, äußerte sich im Vorfeld der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (19. bis 23. Oktober) über Möglichkeiten, „rechte Verlage“ von der Veranstaltung auszuschließen. Gegenüber der Frankfurter Rundschau schlug sie die sorgfältige Gesinnungsprüfung der Aussteller vor: „Die Buchmesse sollte die Öffentlichkeit frühzeitig informieren, welche Verlage im Anmeldeverfahren sind.“ Es würde reichen, rechte Verlagsprogramme in ihrer Hauptlinie zu bewerten, man müsse nicht jedes einzelne Buch lesen. Historiker und „erfahrene Antifaschisten“ könnten „ohne Probleme in kurzer Zeit“ herausarbeiten, ob ein Unternehmen mit „organisierten rechten Kreisen“ verbunden sei, erklärte die ehemalige Grünen-Politikerin ihren Vorschlag weiter.

In den vorherigen Jahren gab es immer wieder Diskussionen über die Anwesenheit von rechten Verlagen bei der Buchmesse. Letztes Jahr hatte sich die Autorin Jasmina Kuhnke geweigert, in der Nähe des Jungeuropa-Verlages an einer Diskussionsrunde teilzunehmen.

„Ditfurth & Co als Türsteherin der Messe, ein gegenderter Albtraum“

Der Vorschlag Ditfurths stößt teils auf scharfe Kritik. So ist in einem Meinungsartikel der Welt von einem „Überwachungs-Programm“ die Rede: „So also geht Gesinnungsprüfung. Was wurde aus einer Linken, die früher mal verlässlich gegen monströse Kontroll- und Überwachungsansprüche war […]? Jutta Ditfurth & Co als Türsteherin der Messe, ein gegenderter Albtraum.“

Auch auf Twitter äußern sich User teilweise kritisch oder ironisch. So ist unter anderem zu lesen: „Warum sollen linke Verlage ausstellen können? Gleiches Recht für alle!“ Oder: „Jutta Ditfurth ist ein verbitterter alter, weißer Mann.“ Ein anderer Tweet lautet: „Es ist dieser autoritäre Zug in der Linken, dieser totalitäre Anspruch auf Gesinnungs- und Meinungskontrolle, diese radikale Cancel Culture, derentwegen ich vor linken Extremisten genauso viel Angst habe wie vor rechten.“

Mehr zum Thema:

„Die Buchmesse war ein voller und unverhoffter Erfolg“ (Interview mit Jonas Schick)

Frankfurter Buchmesse: Debatte um Cancel Culture & Meinungsfreiheit

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