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Kultur

DAS POLITISCHE BUCH: „So funktioniert Geschichte nicht!“

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2018 führte Nils Wegner ein viereinhalbstündiges Interview mit Richard Spencer. Dabei sprach Wegner mit dem amerikanischen „Alt-Right“-Aktivisten über Politik, Kultur und eine alternative Rechte. Im vergangenen November ist das Interview als Gesprächsband erschienen.

Vor wenigen Jahren dominierte er noch weltweit die Schlagzeilen, mittlerweile ist es vergleichsweise ruhig um ihn geworden: Richard Spencer, bekannteste Führungsfigur der „Alt-Right“, Präsident des „National Policy Institut“ und politischer Aktivist. Dabei zog die „Alt-Right“ und Spencer während ihres teils steilen Aufstiegs das Interesse der unterschiedlichsten Gruppen aus der ganzen Welt auf sich. Doch spätestens nach den Ereignissen in Charlottesville zerbrach die heterogene Bewegung wieder und führende Personen wie Spencer wurden mit Repression überzogen.

Trump, Alt-Right und Lageanalyse

Um den Verlauf eben jener Veranstaltung und die generelle Entwicklung der „Alt-Right“ geht es auch in einem Großteil des Buches, der ein ausführliches Interview zwischen dem Herausgeber Nils Wegner und Spencer darstellt.

Die Interviewform wirkt dabei auflockernd und unterhaltsam, es handelt sich mehr um ein interessantes Gespräch als eines der üblicherweise hölzernen Interviews. Darin gibt sich Spencer auch erfrischend selbstkritisch, weiß aber auch die Stimmung und bestimmte Dynamiken zu Hochzeiten der „Alt-Right“ zu erklären und die – mittlerweile einige Jahre zurückliegende – Ereignisse zu kontextualisieren und dem deutschen Leser dadurch verständlicher zu machen. Dabei geht es auch nicht immer nur um Spencer und die „Alt-Right“ selbst, sondern auch um Trump und die allgemeine amerikanische Lage. Besonders wertvoll ist der Anmerkungsapparat zu den Texten, in dem Wegner sachkundig und informativ in jeweiligen Happen die Geschichte der amerikanischen Alternativen Rechten erzählt, ein spannendes Mosaik, das viele Wissenslücken auf unserer Seite des Teiches schließt.

Den Abschluss des Buches bilden drei übersetzte Reden Spencers, darunter einmal eine anlässlich seiner Inhaftierung in Budapest (wo Spencer 2014 versuchte eine Konferenz des „National Policy Institut“ zu organisieren) und die berühmt gewordene „Hail Trump“-Rede. Damit bekommt man nicht nur weitere Einblicke in Spencers Denken, sondern auch schon fast historisch gewordene Dokumente erstmals in deutscher Sprache, die für alle Beobachter der amerikanischen Politik und Entwicklung interessante Aspekte eröffnen dürfte.

Nils Wegner (Hrsg.): „So funktioniert Geschichte nicht! – Richard Spencer im Gespräch über Politik, Kultur und eine alternative Rechte“

November 2021, 152 Seiten, 16,14 Euro

„So funktioniert Geschichte nicht!“ HIER bestellen.

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