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Interview

Zentropa Magazin: „Es geht um den Erhalt der europäischen Völker“

Redaktion

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Das deutsche „Zentropa Magazin“ besteht erst seit relativ kurzer Zeit und wird von anonymen Aktivisten herausgegeben. Im TAGESSTIMME-Interview erzählt einer der Verantwortlichen über das junge rechte Projekt und dessen dezidiert europäische Ausrichtung.

TAGESSTIMME: Der deutsche Ableger von „Zentropa“ ist ein noch junges Projekt, wie kam es dazu und was für eine Idee verbirgt sich hinter dem eher ungewöhnlichen Namen?

Zentropa: Die Idee für eine deutsche Ausgabe des Zentropa Magazins / ZentroMag entstand, um ehrlich zu sein, aus einer Laune heraus. In einem Gespräch mit den Verantwortlichen für das französische Original darüber, ob der neuerliche serbische Ableger eine Übersetzung sei und ob man das nicht auch einfach auf Deutsch machen könne.

Zentropa ist dabei der informelle Zusammenschluss der Europäer aller Kontinente, die sich der Vielgestaltigkeit der Welt, der Freiheit der Völker, der Verteidigung des Eigenen sowie der sozialen Gerechtigkeit verschrieben haben. In den aktivistischen Zusammenhängen Frankreichs und Italiens ist der Begriff seit vielen Jahren bekannt und das deutsche ZentroMag hat sich zur Aufgabe gesetzt, diese Geisteshaltung auch in deutschsprachigen Raum zu verbreiten helfen.

Wann gründete sich das französische Original und auf welche Entwicklungen kann es bereits zurückblicken?

Das französische ZentroMag gibt es nun im zweiten Jahr, die Kameraden veröffentlichten vor kurzem die elfte Ausgabe. Es entstand aus dem Zentropa-Umfeld und beruft sich auf den gleichnamigen Blog, den es allerdings nicht mehr gibt. Unsere französischen Kameraden sind auch schon so weit, dass sie Abonnements anbieten. Etwas, was wir auch angedacht haben, derzeit allerdings noch nicht leisten können.

Es gibt bereits zahlreiche Zeitschriften, Podcasts, Blogs und Verlage – warum braucht es „Zentropa“, welche Lücke soll gefüllt werden?

Wir sind eine Zeitschrift für alle und jeden. Jeder kann Autor werden, niemand kann sich damit rühmen, bei uns zu schreiben, da alle Artikel anonym abgedruckt werden. Wir versuchen soweit als möglich unter dem Radar zu fliegen und können so ein Mehr an Redefreiheit gewährleisten.

Insbesondere soll das ZentroMag all jenen Denkanstöße vermitteln, die ihren politischen Blick gerne mal ins europäische Ausland schweifen lassen und fernab des Getöses der Parteien wahre Kameradschaft und Zusammenhalt suchen.

Während hier „Zentropa“ noch neu ist, gibt es das französische Magazin und auch den serbischen Ableger bereits länger. Ein Magazin in drei Ländern ist doch eher ungewöhnlich. Was hat es damit auf sich?

Ungewöhnlich vielleicht, notwendig aber jedenfalls. Die Krisen Europas lassen sich – und das ist nun wahrlich nichts Neues – nicht mehr auf nationaler Ebene lösen. Wenn Europa nicht physisch und ideell von der Weltbühne abtreten möchte, muss es sich endlich seiner gemeinsamen Mission bewusst werden: Es geht um nicht weniger als den Erhalt der europäischen Völker. Dass es hierbei nicht längst ähnliche Projekte über Sprach- und Ländergrenzen hinweg gibt, ist das eigentlich ungewöhnliche an der Geschichte.

Wie eng sind die drei Ableger miteinander verbunden, ist jede Ausgabe gleich und nur in die jeweiligen Sprachen übersetzt oder handelt es sich um gänzlich verschiedene Ausgaben?

Jede Ausgabe ist eigenständig, freche Zungen behaupten sogar, es gäbe nicht einmal in jeweils einem Heft einen roten Faden. Die Themen sind naturgemäß ähnlich: Ideengeschichte, Kunst, Musik, Revolution, Aktivismus und vieles mehr. Dabei reicht der Blick oft weit über die Grenzen Europas hinaus: Im ersten Heft gab es einen Beitrag über Khomeini und im zweiten einen über die Karen in Burma.

Aber die Verantwortlichen stehen in Kontakt, wir senden uns die Ausgaben gegenseitig zu, unterstützen uns beim Erstellen von Grafiken und Layout und dergleichen mehr. Es bleibt ein Gemeinschaftsprojekt im gemeinsamen Kampf.

Gibt es nach Deutschland und Serbien bereits Interesse oder sogar konkrete Pläne aus anderen Ländern, ebenfalls eine eigene Version herauszubringen?

In Griechenland gibt es bereits auch einen Ableger, allerdings ist dorthin der Kontakt eher spärlich. Weitere Pläne sind derzeit nicht bekannt, aber natürlich greifen wir hier gerne mit unter die Arme.

Thematisch habt ihr eine Mischung aus theoretischen und kulturellen Artikeln, auffallend – aber nicht weiter verwunderlich – ist die europäische Ausrichtung des Magazins. Wie kommt es zur Themenauswahl?

Ganz banal: Zu einem Teil bauen wir auf die Zusendungen von Lesern, die damit zu Autoren werden. Zum anderen handelt es sich um Versatzstücke aus alten Büchern und Magazinen. Oder die Schriftleitung greift selbst beherzt in die Tasten.

Deshalb kann es schon auch mal vorkommen, dass die eigentlich geplante zweimonatige Erscheinungsweise nicht immer eingehalten werden kann. ZentroMag ist eben kein kommerzielles Projekt und wird auch wohl nie wirklich Ertrag bringen. Sollte dies doch einmal der Fall sein, wird jeder Gewinn an verwandte Projekte gespendet werden.

Zwei Ausgaben sind bereits erhältlich, die dritte ist in Planung. Wie sind die bisherigen Rückmeldungen?

Alles in allem durchweg positiv. Natürlich gab es auch Kritik, die allerdings stets konstruktiv ausfiel und überdies auch eher auf Details abzielte. (Die anderen Meinungen kamen bisher nicht zu uns durch.) Es wird also weitergehen.


Heft bestellen: [email protected]

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