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Steigende Migrantenzahlen: Zypern will Bearbeitung von Asylanträgen aussetzen

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Zwischen Jänner und Oktober sollen schon mehr als 9.000 Migranten illegal ins Land gekommen sein.

Nikosia. – Angesichts der steigenden Zahlen von illegalen Grenzübertritten will Zypern die Bearbeitung von Asylanträgen aussetzen. Das Land werde bei der EU-Kommission einen Antrag stellen, um „Asylanträge von Menschen, die illegal ins Land kommen, auszusetzen“, sagte Regierungssprecher Marios Pelekanos am Dienstag. Die Migrationskrise habe einen „demografischen Wandel“ und „akute sozioökonomische Auswirkungen“ zur Folge.

Zypern kritisiert Türkei

Nach eigenen Angaben hat Zypern im Verhältnis zu seiner Bevölkerung die höchste Zahl von Asylanträgen unter allen 27 EU-Mitgliedsstaaten. Die Regierung wirft der Türkei vor, für die Krise verantwortlich zu sein, indem sie Personen aus der Türkischen Republik Nordzypern den Grenzübertritt ins EU-Land Zypern ermöglicht. Laut Pelekanos kamen in den ersten zehn Monaten des Jahres fast 9.300 Migranten auf illegale Weise ins Land.

Wieder mehr ankommende Bootsmigranten in Italien

Auch in Italien kamen in den vergangenen Tagen wieder vermehrt Migranten an. So brachte das deutsche Schiff „Sea-Eye 4“ am Sonntag mehr als 800 Migranten nach Sizilien. Die „Ocean Viking“, die laut eigenen Angaben bald im Hafen von Augusta auf Sizilien anlegen darf, hat mehr als 300 Menschen an Bord. Vom 1. Januar bis 5. November zählten die italienischen Behörden fast 55.000 Migranten, im Jahr davor waren es insgesamt 27.000 gewesen. Mehr Migranten kamen nur in den Jahren 2014 bis 2017 an, nämlich jeweils mehr als 100.000 pro Jahr.

Außer über die Mittelmeerroute kommen neuerdings auch wieder mehr Migranten auf einer alten, lange Zeit kaum frequentierten Route nach Europa, nämlich aus der Türkei nach Kalabrien. In einer Reportage berichtete die neue italienische Wochenzeitung L’Essenziale, dass auch ukrainische Seeleute als Schlepper Migranten auf Segelbooten und Yachten übers Meer an die Ionische Küste bringen. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Iraker, Iraner, Ägypter, Syrer und in jüngerer Vergangenheit vor allem Afghanen. Bereits 15 Prozent aller Migranten, die in Italien erstmals Boden der EU betreten, kommen laut Angaben des Innenministeriums bereits über diese Route.

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