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Gesellschaft

Wegen Sklavenbesitz: New York lässt Jefferson-Denkmal entfernen

Julian Schernthaner

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Der mit der ständigen Rassismus-Debatte verbundene Bildersturm fordert sein nächstes Opfer. In New York entschied der Stadtrat nun, ein Denkmal für Gründervater und Ex-US-Präsident Thomas Jefferson zu entfernen.

New York City. – Zwar soll die Statue an sich bewahrt werden – aber nach 138 Jahren stößt man sich in der größten Stadt der USA offenbar an der prominenten Position im Stadtrat. Der Jungen Freiheit zufolge denken die Verantwortlichen über mehrere mögliche Standorte nach. So könnte sie zu einer langfristigen Leihgabe für die Historische Gesellschaft der Stadt werden. Diese könnte dann dessen Wirken in Ausstellungen entsprechend einordnen.

Sklaverei-Vergangenheit als Auslöser

Dass die Statue von Thomas Jefferson – von 1801 bis 1809 dritter Präsident der Vereinigten Staaten – überhaupt die Gemüter erhitzt, liegt an einem kleinen Detail seiner Biographie. Denn, wie für die damalige Zeit nicht unüblich, hielt Jefferson auch Sklaven. Das macht ihn in der aktuellen Debatte zu einer persona non grata – obwohl er sich in seiner politischen Karriere mehrfach gegen die Institution der Sklaverei an sich aussprach. Ob er mit einer schwarzen Sklavin selbst Kinder zeugte, ist Gegenstand einer langjährigen kontroversen akademischen Debatte.

Vor diesem Hintergrund nannte auch Bürgermeister Bill de Blasio – er hat selbst mit einer Schwarzen eine Familie gegründet – Jeffersons Vita als „komplex“. Der Stadtchef äußerte sein Unverständnis dafür, dass „selbst jemand, der die Werte der Freiheit, der Menschenwürde und des Wertes eines jeden Lebens so tief verinnerlicht hat, trotzdem ein Sklavenhalter war“. Der genaue neue Standort für das Denkmal ist noch unklar. Infrage kommen die öffentliche Bibliothek der Stadt oder ein Museumsraum im Rathaus.

Politisch motivierter Denkmalsturm macht Schule

Es ist nicht die erste politische Entscheidung, wegen vermeintlich rassistischer Gründe, altehrwürdige Statuen zu entfernen. Erst im Juni stimmte das von den Demokraten dominierte Repräsentantenhaus für eine Gesetzesvorlage, welche ebenfalls die Entfernung mehrerer Statuen vorsieht. Bei Denkmälern für Personen, die im US-Bürgerkrieg auf Seiten der Südstaaten kämpfen, soll es sogar einen völligen Kahlschlag geben. Die Begründung: Die Statuen seien angeblich „rassistisch“.

Die Debatte ist gerade in den Vereinigten Staaten ewig jung. Im Zuge der „Black Lives Matter“-Proteste im Sommer 2020 bekamen Forderungen nach der Schleifung von Denkmälern dann auf der ganzen Welt kräftigen Rückenwind. Sogar der selbst farbige, siebenfache Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton warb für weltweiten Denkmalsturm. Auch linksextreme Attacken auf Denkmäler im deutschen Sprachraum wurden in der Folge immer zahlreicher.

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