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Britische LGBT-Gruppe: Kinder nicht mehr als Bub & Mädchen bezeichnen

Julian Schernthaner

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Mit mehreren umstrittenen Vorschlägen preschte die britische LGBT-Organisation „Stonewall“ jetzt vor. Die aus der öffentlichen Hand geförderte Gruppe will jetzt nämlich das Schulsystem in Großbritannien vollkommen durchgendern.

London. – Geht es nach der wichtigsten LGBT-Vereinigung Großbritanniens, die alleine in den Jahren 2015 bis 2019 mehr als drei Millionen Euro an Steuergeld erhielt, sollen Lehrer künftig ihre Schüler nicht mehr als „Bub“ oder „Mädchen“ bezeichnen – „Learners“ (Lernende) sei dann die erwünschte Form. Zudem sollten diese im gemischten Sport-Unterricht entscheiden, welche Umkleide und Dusche sie nutzen wollen. Auch soll es Schülern offenstehen, sich nach eigenem Gutdünken für die Schuluniform des anderen Geschlechts entscheiden zu dürfen.

Geschlechter-Pronomen für die Volksschüler

Dies berichtet die Junge Freiheit unter Berufung auf die den Daily Telegraph, der als wichtigstes Blatt konservativer Briten gilt. Die Vorstöße finden sich in Leitfäden für Lehrer, die vor weiteren gewagten Forderungen nur so strotzt. Schon Volksschulkinder sollten demnach benennen, welches Pronomen sie bevorzugen: Das männliche „he/him“, das weibliche „she/her“ oder „they/them“ für Transgender.

Damit diese Ideen auch zur Umsetzung kommen, setzt Stonewall auf ein Belohnungsprogramm. Derzeit sind hunderte Schulen Mitglieder des „School und College Champion Programme“, für einen Obolus im dreistelligen Bereich. Sie können dann auch an Wettbewerben teilnehmen, bei denen Schulen prämiert werden, die sich als besonders LGBT-freundlich präsentieren.

LGBT-Gruppe im Kreuzfeuer der Kritik

Die nunmehrigen Vorstöße treffen aber auf heftigen Widerstand konservativer Elternvereinigung. Die „Safe School Alliance UK“ fordert etwa weiter einen getrennten Sportunterricht und verweist dabei auf Sicherheit und Gerechtigkeit. Es ist nicht die erste umstrittene Forderung der Organisation, aufgrund ihres Vertretungsanspruches auch für Transsexuelle schlug Stonewall kürzlich vor, das Wort „Mutter“ aufzugeben und es durch „Elternteil, der geboren hat“ zu ersetzen.

Nicht zuletzt aufgrund derartiger Vorstöße steht die größte Gruppe für Lesben, Schwulen sowie Bi- und Transsexuelle im Vereinigten Königreich in der Kritik. Sogar einige Homosexuelle bekunden regelmäßig ihre Sorge, dass Stonewall ihr eigentliches Kernanliegen vernachlässige und sich nunmehr ausschließlich für Transgender-Menschen engagiere. Nach der Idee, dass es in Spitälern Unisex-Duschen und -Umkleiden geben sollte, wurden Forderungen laut, die ein Ende der Zusammenarbeit des britischen Gesundheitswesens NHS mit Stonewall forderten.

Vom ursprünglichen Wege abgekommen?

Stonewall wurde 1989 gegründet, teilweise unter sofortiger Schirmherrschaft prominenter Akteure, wie den Schauspielern Ian McKellen und Michael Cashman. Den Namen bezieht die Gruppe vom „Stonewall Inn“ auf der Christopher Street in New York. In der Erinnerung der Bewegung für Schwulenrechte genießen sowohl das Lokal als auch der Straßenzug regelrechten Kult-Status. Grund dafür sind Spontan-Demos und Straßenschlachten, die sich nach einer misslungenen Polizei-Razzia in besagter Bar – damals übrigens in Mafia-Besitz – im Jahr 1969 entzündeten.

In den Jahren nach seiner Gründung konnte Stonewall bahnbrechende Kampagnenerfolge für die LGBT-Community erzielen. So gelang es der Gruppierung durch konstante Lobbyarbeit ein Dienstverbot für Schwule und Lesben in der britischen Armee zu kippen. Auch die Einführung von Adoptionsrechten für Homosexuelle oder eigene Diskriminierungsparagraphen gehen auf Stonewall zurück. Mittlerweile nimmt die Kritik zu – betroffen ist die Lobby-Arbeit für Transsexuelle bis hin zum laschen Umgang mit schwulenfeindlichen Einstellungen von im UK tätigen Akteuren aus islamischen Ländern.

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