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Meinung

FREILICH-Sonderheft: Der Burschenschafter als Rebell

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Wer die heutigen Anzugträger in Couleur und korrekter Frisur sieht, mag kaum glauben, dass Burschenscha­fter einstmals ziemlich verwegen und widerborstig waren. Ein Kommentar von FREILICH-Chefredakteur Ulrich Novak.

Die Gründungszeit der Burschenschaft, die Zeit der widerständigen Studenten gegen die napoleonische Besatzung Deutschlands, das Aufbegehren gegen Kleinstaaterei, die Karlsbader Beschlüsse – das alles konnte nur mit gemeinsamen Idealen und umfassendem Einsatzwillen der Burschenschaften stattfinden. Burschenscha­fter waren Rebellen, die im Zuge des europaweiten nationalen Erwachens demokratischen, liberalen und patriotischen Träumen nachhingen, diese zu realisieren suchten und sie gelegentlich in ihrer langen Geschichte auch erfüllt fanden.

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Verbannungen, Todesurteile, langjährige Ha­ strafen sollten der burschenscha­ftlichen Bewegung, den Hambacher Festen, dem Frankfurter Wachensturm und allerlei anderen Aktivitäten und umstürzlerischen Plänen entgegenwirken. Die arroganten und machtverliebten Herrschenden, die am Volke vorbei und häufig genug gegen seine Interessen regierten, waren erklärte Feinde der Burschenschafter. Doch Progressbewegung, Weltkriege, Kaiser- und Zwischenkriegszeit, aber auch die Zeit nach 1945 sorgten für ein Abkühlen des „heißen Burschenblutes“. Man arrangierte sich überwiegend mit den politischen Strukturen, man glaubte und glaubt noch immer, die Dinge, die noch die  Gründungsburschen forderten, seien verwirklicht.

Es scheint, dass der revolutionäre Geist der Burschenschafter, die selbstlose Verpflichtung auf Deutschland und seine Interessen, einem bürgerlich-konservativen Arrangement in Angepasstheit gewichen sei. Lediglich die gewalttätigen Ausschreitungen und Angriffe der Linken und die Abscheu der Medien gegen die „rechtsextremen, bösen“ Burschenscha­fter erinnern den einen oder anderen „Buxen“ daran, dass es außerhalb der Filterblase der Bundeshäuser eine Welt gibt, die nicht ganz so harmonisch ist, wie dies der in den Riten des eigenen Bundes geborgene Waffenstudent annehmen möchte.

Die Burschenschaften, die als antifeudale Oppositionsbewegung die bürgerlich-demokratische Revolution vorantrieben, sollten aber erkennen, dass das politische Establishment Deutschlands und Österreichs genau diese Errungenschaften seit Jahrzehnten annullieren möchte. Leider ist wenig Gegenposition, wenig prononciert Freiheitliches aus den Kreisen der Burschenschaften dazu zu vernehmen. Stattdessen Skandälchen um Ewiggestrige, sonstige Dummköpfe und geschmacklose Au­ ritte, die stets das bestätigen, was die Relotius-Jünger und ähnlich Gesinnte von der Deutschen Burschenschaft erwarten.

Es scheint an der Zeit, dass wir Burschenschafter uns wieder einmal auf unsere… (Weiterlesen in der FREILICH-Sonderausgabe „Burschenschaften“. HIER im FREILICH-Buchladen bestellen).

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