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Interview

Peripetie Mode: „Wir wollten keine Mode für Linke machen“

Redaktion

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Seit 2019 existiert die Modemarke „Peripetie“. Die „Marke mit dem Phönix“ spricht explizit Konservative und Rechte an. Im TAGESSTIMME-Interview sprachen die Macher über die Idee hinter ihrem Projekt, rechte Gegenkultur und Politik in der Wirtschaft.

TAGESSTIMME: Liebes „Peripetie“-Team, euer Modelabel „Peripetie“… Wieder eine Modemarke und wieder ein als rechts wahrgenommenes und medial angeprangerte Bekleidungslabel. Wie kommt man auf die Idee, mit offenkundig politisierter und deswegen polarisierender Mode Geschäfte zu machen?

Peripetie: Das hat viele gute Gründe. Der Markt für Bekleidung, die im sub- beziehungsweise jugendkulturellen Raum eine identitätsstiftende Funktion hat, ist ziemlich lebendig und notwendig. Natürlich steht besonders die als „rechts“ sortierte Mode im Fokus der politisch korrekten Gesinnungswächter. Einige Beispiele haben aber gezeigt, dass bei einer soliden Akzeptanz in der kaufenden Zielgruppe und mit einer geschickten Strategie durchaus wirtschaftliche Erfolge erzielt werden können, denn selbstverständlich soll auch Geld verdient werden. Die moralische Frage dabei ist jedoch, stopft man sich selbst die Taschen voll oder lässt man andere über die Markenbotschaft auf der metapolitischen Ebene teilhaben und unterstützt man sich gegenseitig.

Wir sind der Meinung, es ist so wichtig wie noch nie, einen eigenen Wirtschaftskreislauf zu schaffen. Nur so kann man eine unabhängige Gegenkultur aufbauen. Daher haben wir uns gezielt dafür entschieden, mit Grafikern und Fotografen, die selbst in der Gegenkultur aktiv sind, zusammenzuarbeiten. Übrigens, sollte unter den Lesern ein Produzent für Textilien dabei sein, melden! Wir würden uns über eine Kontaktaufnahme sehr freuen.

Hier gehts zur Instagram Seite von Peripetie
TAGESSTIMME: Mode also als politisches, metapolitisches Statement?

Peripetie: Ja, klar. Die Bekleidungscodes der unterschiedlichen Jugend-Subkulturen, die ja zum Teil politisch besetzt wurden oder es von Anfang an auch waren, werden als sichtbare, provokante Äußerung in den Alltag getragen. Denken Sie an die Skins, Punks, Teds, die Gothic-Leute und die ganzen anderen. Diese Dresscodes haben dann auch die ganzen arrivierten, sich avantgardistisch gebenden Labels inspiriert. Die Neue Rechte hat genauso wie die Linke ihre Erkennungszeichen und Gemeinsamkeit suggerierenden Signale bei den Äußerlichkeiten, das fängt bei den Frisuren an und hört bei den Schuhen auf. Bestimmte Marken sind für eine bestimmte Gemeinschaft eben hip. Sie führen durch die weltanschauliche Besetzung gewissermaßen ein Eigenleben, wenn man bedenkt, dass es bis vor zehn Jahren typische Marken gab, deren Träger man eindeutig dem patriotischen Lager zuzuordnen konnte. Dann wurden diese Marken von den Linken und auch der Antifa vereinnahmt. Selbst von linken Politikern. Um diese Nische mit dezentem Logo ohne direkte politische Aussage wieder zu besetzten, haben wir uns für qualitativ hochwertige Bekleidung im mittleren Preissegment entschieden.

TAGESSTIMME: „Peripetie“ wurde nicht weltanschaulich, nicht politisch nach seinem Erscheinen aufgeladen, „Peripetie“ hat die politische Ausrichtung von Anfang an mitgebracht.

Peripetie: Genau, das lag zum einen daran, dass wir keine Mode für Linke machen wollten. Wir wollten ganz gezielt unsere Leute mit dem Phönix-Logo gut aussehen lassen. Und zum anderen Teil haben wir von Anfang an den Kontakt in die neurechten Szenen gesucht. Wir haben beispielsweise mit Chris Ares kooperiert. Jetzt haben wir Ignaz Bearth an Bord, und damit haben wir einen eigenen Kanal für Livestreams und Videouploads. Der Kanal läuft über Peertube und ist zensurfrei, denn die jüngsten Entwicklungen haben gezeigt: Wir müssen weg von den gutmenschlichen Big-Tech-Konzernen.

Und vor allem: Die Neue Rechte braucht Präsenz im kulturellen Raum. Besonders die Entwicklung der eigenen Jugendkultur, mit eigener Musik, eigener Mode schafft in unserer individualisierten Zeit die wichtige Symbolkraft eines Zugehörigkeitsgefühls. Wir müssen, um als politische Bewegung erfolgreich zu sein, auch die vorpolitischen Räume besetzen. Dass wir das tun sollten und vor allem auch können, zeigt nicht nur der ökonomische Erfolg, sondern vor allem der politische Gegner, der uns, wo er kann, das Leben schwer zu machen versucht.

TAGESSTIMME: Ein Modell für die Wirtschaft insgesamt?

Peripetie: Die Wirtschaft wird zunehmend politischer. Konzerne buhlen um das Geld ihrer Auftraggeber und Käufer. Da versuchen die hauseigenen PR-Strategen die jeweiligen Marken und Produktwelten eben politisch einzufärben. Sie wollen damit bestimmte Käufermilieus ansprechen, ein Schuss, der aber auch nach hinten losgehen kann. Was die einen großartig finden, verprellt leicht die Stakeholder der anderen Seite.

Denken Sie nur an Siemens-Vorstand Jo Kaeser. Der wollte moralische Fleißkärtchen mit seiner Kritik an der AfD sammeln und hat „Lieber Kopftuch-Mädel als Bund deutscher Mädel“ und ähnlichen Schwachsinn getwittert. Als er dann wollte, dass die VW-, BMW-, Daimler-Chefs bei der Nummer mitmachen, haben die ihn im Regen stehen lassen. Diese ganze politisierte, die Gesellschaft spaltende Wirtschaft kommt aus den USA zu uns herüber, wo Firmen explizit politische Stellung beziehen oder sich gerne dem einen oder anderen Lager zuordnen lassen. Bevor also die links, gutmenschlich orientierte Bereicherungsmafia auch ökonomisch den Ton angibt, sollten wir der alternativen, der rechten Wirtschaft Chancen geben. Wer eine entideologisierte deutsche Volkswirtschaft will, muss die Leistungen einer sich als rechts bekennenden Wirtschaft suchen und in Anspruch nehmen. Das klingt vor dem Hintergrund der sozialen Spaltungsandrohung paradox. Ist es aber nicht, weil wir ausdrücklich für Meinungsfreiheit, für Entscheidungsfreiheit und vor allem für echte Ideologiefreiheit in der Wirtschaft werben und einstehen.

TAGESSTIMME: Viel Erfolg und vielen Dank für das Gespräch!

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