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Österreich

Gerald Grosz – Mit Trump-Slogan für die Hofburg und gegen die Regierung

Redaktion

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Sieben Kandidaten treten am 9. Oktober zur Bundespräsidentenwahl in Österreich an. Einer von ihnen ist der bekannte Blogger, Kommentator und Buchautor Gerald Grosz. Der ehemalige FPÖ- und BZÖ-Politiker setzt auf klassisch freiheitliche Themen und will die Bundesregierung sofort entlassen.

Der Steirer Gerald Grosz zählt mit Sicherheit zu den schillerndsten Herausforderern von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Seit mehreren Jahren kommentiert er das politische Tagesgeschehen in den sozialen Medien und hat sich so mit seinen pointierten Aussagen und markigen Sprüchen eine große Fangemeinde bis nach Deutschland aufgebaut. Darüber hinaus ist er auch als Buchautor erfolgreich.

Politische Karriere bei FPÖ und BZÖ

Der politische Werdegang des 1977 in Graz geborenen und im Bezirk Deutschlandsberg aufgewachsenen Grosz begann Anfang der 90er Jahre in der FPÖ unter Jörg Haider. Anfang der 2000er Jahre war er Pressesprecher des österreichischen Vizekanzlers und Sozialministers Herbert Haupt. 2005 folgte er dann aber Haider zum BZÖ, wo er wenig später zwei Jahre lang Generalsekretär werden sollte. Von 2008 bis 2013 saß Grosz als BZÖ-Abgeordneter im Nationalrat. Darüber hinaus war er auch Gemeinderat in Graz. 2013 wurde Grosz zum BZÖ-Obmann gewählt, zog sich dann aber 2015 aus der Parteipolitik zurück, um sich laut eigenen Angaben auf seine Tätigkeit als Unternehmer zu konzentrieren.

Ganz ohne Politik ging es für den Weststeirer aber trotzdem nicht: Auf Social Media konnte sich Grosz mit seinen Videokommentaren eine beachtliche Anzahl an Followern erarbeiten und wurde zu einem der einflussreichsten Blogger im freiheitlich-konservativen Bereich. Fast schon legendär sind seine hitzigen TV-Duelle mit dem Politikberater Rudi Fußi und dem linken Ex-Politiker Sebastian Born-Mena bei „Fellner live“ auf „oe24“.

„Make Austria Grosz again“

Seine Hofburg-Kandidatur stellte Grosz unter das an Ex-US-Präsident Donald Trump angelehnte Motto „Make Austria Groesz again“. Passend dazu kündigte er an, die Bundesregierung noch am Tag seines Amtsantritts zu entlassen. „Die derzeitige Regierung genießt nicht mehr das Vertrauen der Menschen, sie sorgt für Chaos und Instabilität. Im Gegensatz zum derzeitigen Amtsinhaber wird Gerald Grosz dies nicht abnicken, sondern umgehend Neuwahlen ermöglichen. Wer Grosz wählt, schickt die Regierung in die Wüste!“, heißt es auf der Homepage.

Gleichzeitig positioniert sich der 45-Jährige als scharfer Kritiker der Impfpflicht. „Eine Regierung, die am Epidemiegesetz festhält oder eine Impfplicht wieder einführen will, wird Gerald Grosz verhindern.“ Auch eine Volksabstimmung über die EU-Mitgliedschaft Österreichs will Grosz durchführen lassen. „Mein Ziel ist der Austritt aus der Europäischen Union. Ich will das gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes machen“, betont er. Zudem setzt sich der Ex-BZÖ-Chef für die Neutralität Österreichs ein und kritisiert deshalb die Sanktionen gegen Russland.

Es sind alles Themen und Motive, die man so oder ähnlich auch von der FPÖ kennt. Trotzdem sieht sich Grosz nicht als Konkurrent von FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz, sondern als Gegenkandidat von Van der Bellen. Den amtierenden Bundespräsident hält Grosz für „eine ferngesteuerte Marionette der Elite“. Statt an der Seite der Parteien und Lobbyisten will der Steirer an der Seite der Bürger sein, das Amt des Bundespräsidenten „aktiv gestalten“ und auf Fehlentwicklungen aufmerksam machen.

In den aktuellen Umfragen liegt Grosz bei rund fünf Prozent.

Neben Gerald Grosz und dem amtierenden Präsidenten Alexander Van der Bellen treten noch folgende Kandidaten zur Wahl an (Liste wird laufend ergänzt):

Michael Brunner – Coronakritiker, der das System ändern will

Dominik Wlazny alias Marco Pogo – Ein Punk-Rocker in der Hofburg?

Heinrich Staudinger – Ein „Schuh-Rebell“ für die Hofburg?

Walter Rosenkranz – Ein Volksanwalt als Volkspräsident?

Tassilo Wallentin – Der Ex-„Krone“-Kolumnist will sich nicht verstecken

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