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Deutschland

Demoteilnehmer: „Es wundert mich, dass ich so wenig junge Familien auf der Straße sah!“

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Der Osten steht auf. Immer mehr mehr Menschen gehen mittlerweile auf die Straße, um gegen die Politik der Regierung zu demonstrieren. Die TAGESSTIMME sprach mit einer Familie aus Nordsachsen, welche die Proteste 1989 erlebte und nun wieder auf die Straße geht.

TAGESSTIMME: Stellt euch mal bitte kurz vor!

Sven: Ich komme aus Nordsachsen und bin Handwerkmeister (Jahrgang 1968).

Manuela: Ich ebenso! Ich arbeite im Gesundheitswesen (Jahrgang 1976).

Wie war die Stimmung und Atmosphäre damals?

Sven: Ich konnte an den damaligen Demonstrationen nicht teilnehmen, da ich zu diesem Zeitpunkt noch bei den Grenztruppen der DDR verpflichtet war. Hätte dieses Dienstverhältnis nicht bestanden, hätte ich selbstverständlich daran teilgenommen.

Kann man die Demonstrationen damals mit heute vergleichen?

Sven: Die Stimmung in der gesamten Region war aufgeladener. Die Menschen waren euphorischer, trotz einer ungewissen Zukunft. Heute fühlt man sich wie ein Sonderling. Vergleichbar ist nur die Unzufriedenheit mit der politischen Führung, keiner hier wollte einen Systemwechsel, sondern die Politiker absetzen, die sich völlig vom Willen des Volkes entfernt hatten.

Manuela: Nicht vergleichbar. Damals war alles deutlich revolutionärer, dennoch, man war sich einiger. Auch die Leitung der Demonstrationen durch die Kirche war klarer und transparenter. Die Lage war darüber hinaus deutlich angespannter.

Und heute?

Manuela: Unorganisierter, besonders bei den Freien Sachsen. Auch das Publikum war deutlich älter als bei den Montagsdemonstrationen ´89. Gemeinsam haben die Demonstrationen, dass wir damals wie heute unzufrieden mit den Politikern sind, die scheinbar keinen Bezug mehr zu den Problemen der Bevölkerung haben.

Sind die heutigen Demonstrationen und Proteste sinnvoll? Macht eine Beteiligung Sinn?

Sven: Auf jeden Fall. Es ist die einzige wirklich wirksame demokratische Möglichkeit, meinen Unmut geltend zu machen, wenn keine Wahlen sind.

Manuela: Sehe ich auch so.

Wem würdet ihr die Teilnahme empfehlen?

Manuela: Allen, die ihre Meinung sagen wollen.

Sven: Jedem, der ein Problem mit der aktuellen Politik in Fragen der Energiekrise hat oder mit dieser unzufrieden ist. Es wundert mich, dass ich bislang so wenig junge Familien auf der Straße gesehen habe, aber vielleicht ist vielen noch nicht klar, welche Folgen bei der aktuellen Politik auf uns zukommen.


Unter dem Motto „Preisexplosion stoppen!“ ruft die AfD am 8. Oktober zu einer Großkundgebung in Berlin auf.

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