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Wirtschaft

Ökonomie-Professor Seidl sieht Inflation bei elf Prozent

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Prof. Dr. Christian Seidl sprach in einem Interview mit der Jungen Freiheit über die Ursachen der Inflation. Der EZB wirft er Gehirnwäsche vor.

Europa steht vor einer historischen Wirtschaftskrise. Die konservative Wochenzeitung Junge Freiheit sprach in der Ausgabe 38/22 mit dem Professor für Öffentliche Finanzen Christian Seidl über die aktuellen Krisen. Die Äußerungen der Verantwortlichen zum Thema Inflation nannte Seidl Gehirnwäsche: „Nein, Inflation ist kein zwangsläufiges Phänomen. Wenn Geld nicht vermehrt wird, sinkt seine Kaufkraft auch nicht – ein so paradiesischer Zustand herrschte übrigens im 19. Jahrhundert zur Zeit der Goldwährung.“ Preisstabilität mit zwei Prozent Inflation gleichzusetzen ist für Seidl Orwellscher Neusprech. Auch vorgeschobene Gründe für die massiven Preisanstiege lässt er nicht gelten. Deglobalisierung, Dekarbonisierung und Demographie seien zwar treibende Faktoren, verursacht habe die Inflation aber die Europäische Zentralbank. Das Problem: Die stetige Erhöhung der Geldmenge seit der Euro-Krise 2008. Außerdem wirft er der EZB vor, die Offenmarktpolitik zu missbrauchen, um zulasten Deutschlands die Mittelmeerländer zu finanzieren.

Auch bei der eigentlichen Höhe der Inflation kann man sich Seidl zufolge nicht auf die offiziellen EZB-Zahlen verlassen. Sie nutzt den Verbraucherpreisindex als Maßstab, darin wird die Preisveränderung aller Güter gemessen, die von privaten Haushalten zu Konsumzwecken gekauft werden. Diese seien relativ preisstabil. „Für Investitionsgüter allerdings gelten andere Regeln“, erklärt Seidl, „Immobilien sind knapp, Wohnungen sind mittelfristig knapp, Antiquitäten und Kunstgegenstände sind knapp, Aktien sind nicht beliebig vermehrbar.“ In Wahrheit ergäbe das eine Inflationsrate von rund 3,25 Prozent zwischen 2008 und 2020. Derzeit müsse man von rund elf Prozent ausgehen.

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