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Deutschland

Krach bei der BILD: Ralf Schuler verlässt die Redaktion

Redaktion

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Er gilt als einer der renommiertesten Politikjournalisten Deutschlands, nun wird jedoch Ralf Schuler die BILD und somit den Springer-Konzern verlassen. Als Gründe gibt er die politische Positionierung des Unternehmens an.

Berlin. – Dass Ralf Schuler die BILD-Redaktion verlassen wird, war schon seit längerer Zeit bekannt. Die Motive lagen bislang im Dunklen, nun veröffentlichte die Redaktion des politischen Monatsmagazin Cicero jedoch Schulers Beweggründe. Der seit 1994 bei der BILD wirkende Schuler nahm zum Ende seiner Karriere beim Boulevard-Blatt die Leitung der Parlamentsredaktion ein und agierte somit als einer der bestens informierten und vernetzten Politikjournalisten Deutschlands. Damit wird nun aber Schluss sein, da er die Kündigung einreichte.

„Ich bin nicht bereit, für eine politische Bewegung und unter ihrer Flagge zu arbeiten“

Zu seinen Gründen äußerte sich Schuler dem Cicero folgendermaßen: „Ich bin nicht bereit, für eine politische Bewegung, welcher Art auch immer, und unter ihrer Flagge zu arbeiten. Das habe ich früher nicht getan und tue ich heute erst recht nicht.“ Weiter heißt es im Brief Schulers: „Sich gegen Diskriminierung zu wenden, bedeutet aber nicht, sich die Agenda der LGBTQ-Bewegung zu eigen zu machen, wie wir es derzeit tun. Im Geiste Axel Springers treten wir selbstverständlich im besten freiheitlich-bürgerlichen Sinne für die Rechte des Einzelnen ein, diskriminierungsfrei zu leben, solange er niemandes Freiheit beschneidet.“ Auch wird der Ton des aktuellen BILD-Chefredakteur Johannes Boie in einem aktuellen Briefing als „stalinistisch“ bezeichnet. Für Schuler sei es nicht die Aufgabe eines Journalisten, einer politischen Bewegung nahezustehen.

Immer mehr Top-Journalisten verlassen BILD

Schuler ist somit der nächste bekannte Journalist nach Julian Reichelt sowie Judith Sevinç Basad, der die BILD unter anderem auch aus politischen Gründen verlassen wird. Vermehrt kommt es innerhalb der Redaktion zur Kritik an der aktuellen Führungslinie: Annäherung an die LGBT-Szene, fortschreitende Entfernung von den Grundsätzen Axel Springers oder politische Einseitigkeit sowie Profillosigkeit. Der Journalist Ben Krischke, Autor des angesprochenen Artikel im Cicero, versteht den aktuellen Konflikt innerhalb der BILD als einen Einbruch des gesellschaftlichen „Kulturkampfes um das Geschlecht“ in nicht-linke Kreise der Medien. Die bereits genannten Reichelt und Basad arbeiten derweil wohl zusammen, um neue Medienprojekte zu realisieren. Der Riss innerhalb der Mainstreammedien wird sich somit zementieren.

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