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Österreich

Limousinen-Konvoi auf Autobahn: Wirbel um „klimafreundliche“ VdB-Zugreise

Julian Schernthaner

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Wenige Monate vor der Bundespräsidentenwahl am 9. Oktober übt sich Amtsinhaber Alexander Van der Bellen noch einmal in Staatsbesuchen. Aktuell ist der holländische König Willem-Alexander in Österreich. Bei einer gemeinsamen Fahrt von Wien nach Graz benutzten die beiden Staatsoberhäupter medienwirksam den Zug – doch das war nur die halbe Geschichte.

Wien/Graz. – Denn während sich der Präsident als klimafreundlicher Hofburg-Grinsekater präsentierte, fuhr seine Limousinen-Flotte mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn in Richtung Steiermark. Das bedeutet: Mindestens fünf Autos, zusätzlich Polizeiwägen, die diesen Konvoi begleiteten. Es ist nicht das erste Mal, dass der Bundespräsident – immerhin ehemaliger Grünen-Bundessprecher – wegen seiner nur auf dem Papier umweltschonenden Transportmodalitäten in der Kritik steht.

Politikberater entlarvte Klima-Inszenierung

Die Inszenierung schien perfekt – und lief über den offiziellen Präsidenten-Account. Die vermeintliche Klimafreundlichkeit dieses Staatsbesuchs wurde explizit betont. Im zugehörigen Video wird ganz quietschvergnügt aus einem Abteil der Ersten Klasse gelächelt.

Doch die Freude über den Auftritt als vermeintlicher Nachhaltigkeits-Kaiser währte nicht lang. Denn „VdB“ machte die Rechnung ohne Politikberater Christoph Pöchinger. Dieser wunderte sich ob der Zugreise des Präsidenten über den eiligen Überholvorgang der Präsidenten-Limousinenflotte samt Beamten-Entourage.

Auch der Umstand, dass die lediglich überstellten Fahrzeuge noch zusätzlich bewacht wurden, ließ den Wiener mit Stirnrunzeln zurück.

Auch Masken-Scharade: „Unnötig peinlich“

Der Unterschied zwischen Anspruch und Realität ließ Personen quer durch das politische Spektrum aufhorchen. Auch Personen, die ideologisch durchaus auf einer Wellenlänger mit dem Präsidenten sein dürften, übten Kritik. So nannte Thomas Walach, der unlängst sein Ausscheiden als Chefredakteur beim Pilz-Medium ZackZack erklärt hatte, die Aktion als „unnötig peinlich“.

Er verwies zusätzlich darauf, dass Van der Bellen in Wien am Bahnhof eine Maske trug, im Zug aber darauf verzichtete. In Wien gilt in Öffis, anders als in Restösterreich, noch eine FFP2-Maskenpflicht. Insbesondere die linke Reichshälfte und Mitglieder der Mainstream-Medien scheinen, wenn man der Twitter-Blase glauben darf, großen Wert auf deren Einhaltung.

Grüner Klimaschutz: Wasser predigen, Wein saufen?

Für Van der Bellen ist die Aufregung über seine Luxus-Limousinen keinesfalls Neuland. Im Vorjahr hielt er eine Rede bei den Bregenzer Festspielen. Dabei thematisierte er den Kampf gegen den Klimawandel und stimmte das Publikum auf die Notwendigkeit ein, Verzicht zu üben. Man müsse die „Lebensweise umstellen“, damit das „Haus den nächsten Generationen in Ordnung übergeben“ werden könnte. Damit meinte er neben (auch dienstlichen) Flugreisen auch eine Einschränkung der PKW-Nutzung.

Für den fürstlich bezahlten Politiker – mit 25.356,70 Euro im Monat ist er europaweit unter den Spitzenverdienern – schien dieser Appell aber nicht zu gelten. Direkt nach seiner Rede fuhr er nämlich mit einem acht Wagen starken SUV-Konvoi in eine Lokalität. Kurz vor dem Eklat um des Präsidenten Entourage in Vorarlberg hatte sich Grünen-Klubchefin Sigrid Maurer bei einer dienstlichen Zugreise in der 1. Klasse nach Kärnten entgegen der eigenen Vorschriften maskenlos gezeigt. Am Bahnsteig setzte sie diese dann auf.

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