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Gesellschaft

Konvergenz der Katastrophen

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Eines Tages zog ich meinen Kopf aus dem Nebel. Seit Beginn des Ukraine-Krieges hatte ich ihn vollgestopft mit Informationen, Hintergrundkommentaren, neuesten und allerneuesten Nachrichten. Just in dem Moment, als „Corona“ die Luft ausging, war der Krieg wie ein Deus ex machina auf die öffentliche Bühne gekracht und hatte die Schlagzeilen und Gehirne mit einer frischen, kräftigen Dosis Panik und Empörung gefüllt. #StandwithUkraine und Angstmache vor dem Russen ersetzten nun Impf-Fanatismus und Angstmache vor dem Virus.

Der Krieg in der Ukraine wurde wie ein Fußball-Match der Guten gegen die Bösen präsentiert, und die Bösen mussten um jeden Preis „verlieren“, auch wenn dies bedeutete, einen Atomkrieg zu provozieren. Wien wurde blau-gelb beflaggt, und sah aus, als wäre es an die Ukraine annektiert worden. Eine regelrechte Kriegsgeilheit ergriff Europa, nicht unähnlich manchen Szenen aus den „Letzten Tagen der Menschheit“ von Karl Kraus. Kritische Stimmen wurden in vertrauter Manier gemobbt, das Feindbild „Coronaleugner“ durch den „Putin-Versteher“ ersetzt. Rasch zeichnete sich ab, dass die gegen Russland gerichteten Gas- und Ölembargos vor allem unserer eigenen Wirtschaft und Lebensqualität schaden würden. Das war in Anbetracht ähnlicher Folgen der Coronamaßnahmenpolitik ziemlich verdächtig.

Propaganda auf allen Seiten

Wie gesagt hatte ich eines Tages genug von dem Spektakel. Ich verfolgte pro-ukrainische und pro-russische Propaganda, und beides fing an, mir auf die Nerven zu gehen. Das Klischee ist zutreffend, dass das erste Opfer eines Krieges die Wahrheit ist. Um diese wird nun ebenso verbissen gekämpft wie um die Wahrheit über „Corona“, aber der „fog of war“, der jeden Krieg begleitet, verstellt uns allen den Blick, ganz zu schweigen von den psychologischen Effekten der Polarisierung und Parteinahme.

Die weltanschauliche Spaltung geht nun auch durch das rechte Lager hindurch. Ist das „unser“ Krieg? Ist die NATO, die hier erheblich mitgezündelt hat, „unser“ Freund? Ist Putin „unser“ Freund? Ist Russland der heroische Vorreiter einer weltgeschichtlichen, antiglobalistischen Wende, die auch den „Great Reset“ stoppen wird, wie uns der Philosoph Alexander Dugin weismachen will? Wohl kaum. Dennoch kann man sich als westlicher Dissident kaum des Eindrucks erwehren, dass die Ukraine-Manie in denselben Sack gehört wie Klimawandel, „Corona“, Antirassismus, „Diversity“, Masseneinwanderung oder LGBT-Kult. Der „Ukrainismus“ scheint in der Tat Ausdruck ein- und derselben „bösartigen Macht“ zu sein, wie der Blogger Eugyppius schrieb. Alle diese ideologischen Elemente weisen deutlich in Richtung Selbstzerstörung und Totalitarismus – ob hier ein „Plan“ dahintersteht oder der innere Vollzugszwang eines dekadenten und verdummten Systems oder eine Mischung aus beidem, sei dahingestellt.

Mehr staatliche Kontrolle & digitale Erfassung

Es gab Zeiten, da spielten wir Rechten die Rolle der verhassten Kassandren am Rande der Diskurse, der Barometer, auf die eingeschlagen wird, weil niemand den Sturm in Verzug sehen will. Wir fühlten uns wie Stefan George, der in seinem Gedicht „Der Krieg“ (1917) schrieb: „Lang hab ich roten schweiss der angst geschwizt/ Als man mit feuer spielte… Das meiste war geschehn und keiner sah ../ Das trübste wird erst sein und keiner sieht.“ Wir galten als die „Angstmacher“, die eine heile multikulturelle Welt verleumden und sabotieren wollen. Inzwischen hat uns der „Mainstream“ längst überboten, was die Untergangs- und Katastrophenprophetie angeht: Klimakollaps und Seuchen schlimmer als die schwarze Pest werden alles Leben auf dem Planeten auslöschen, wenn „wir“ nicht jetzt sofort anfangen, Insekten zu essen, auf Autos zu verzichten oder uns viermal im Jahr mit mRNA-Stoffen „impfen“ zu lassen. Dann sind es wieder „Rechtspopulisten“, Trump, „Querdenker“ und nun der postsowjetische Hitler du jour im Kreml, die „unsere Werte“ und „unsere Demokratie“ bedrohen.

Die Antwort auf diese Tartarenmeldungen lautet stets mehr staatliche Kontrolle, mehr digitale Erfassung, mehr Eindämmung und Sanktionierung von Meinungen, die vom Narrativ abweichen. Unterdessen vergeht kaum ein Tag ohne schlechte Nachricht in der Kronen-Zeitung: die Energie- und Lebensmittelpreise steigen rasant, ein großer Teil der Österreicher kann sich das tägliche Leben kaum mehr leisten, während die Steuerlast wächst, und die Steuergelder für Zwecke verpulvert werden, die mit dem nationalen Gemeinwohl nichts mehr zu tun haben. Beobachter abseits des Mainstreams wie Stefan Magnet konstatieren eine „hybride, mehrfache Bedrohungslage“: Reaktivierung des Impfzwangs im Herbst, Eskalation im Ukraine-Russland-NATO-Krieg, Blackouts, Cyber-Atttacken, Finanzcrash, Inflation, Liefer- und Lebensmittelknappheit. Es mag uns tatsächlich eine kritische, wenn nicht sogar kataklysmische Lage bevorstehen, eine „Konvergenz der Katastrophen“ , wie es der französische Vordenker Guillaume Faye nannte.

Es ist Mitte Mai 2022, während ich diese Zeilen schreibe. Ich lese keine Zeitungen mehr. Der Himmel über Österreich ist blau, die Temperaturen sind sommerlich, „Corona“ ist tot oder auf Pause, und in der Straßenbahn glotzen mich immer noch die Maskengesichter an.

(Dieser Beitrag erscheint in der kommenden Ausgabe 17 des FREILICH-Magazins.)

2 Comments

2 Comments

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    Mag. Günter Kamehl

    30. Mai 2022 at 12:07

    Fortsetzung:
    Wo waren die Sanktions-Wünsche der feigen Demokröten aus dem Westen, als Vietnam zerbombt wurde, der Irak zerstört worden ist und ohne jede Kriegserklärung Bomben bzw. Marschflugkörper nach Syrien und Libyen flogen?
    Jetzt aber sollen Volkswirtschaften erheblich geschädigt werden, nur um Putin zu ärgern.

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    Mag. Günter Kamehl

    30. Mai 2022 at 12:00

    Ganz kurz: Die russische Einfluss hat sich in den letzten 20 Jahren zwischen 1300 Kilometern (Nordosten) und 1500 Kilometern (Süden) nach Osten verschoben. Kürzlich fing die Ukraine an, mit einem NATO-Beitritt und einem EU-Beitritt zu liebäugeln. Es kann von Russland nicht erwartet werden, dass es sich alles und jedes gefallen lässt.
    Wer hat jemals nach den russisch-stämmigen Menschen gefragt, die im Donbass durch ukrainische Aktivitäten zu Tausenden verschwunden sind?
    Und vor allem: Wo blieben die Sanktionen der feigen Demokröten aus dem satten Westen, als Vietnam niedergebombt wurde, als der

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