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Gesellschaft

Österreich: Asylanträge im Vorjahr um 161 Prozent gestiegen

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Die meisten Anträge kamen auch 2021 von Syrern, gefolgt von Afghanen. Der Großteil der Asylwerber ist männlich, wie die Zahlen zeigen.

Wien. – Der Krieg, der aktuell zwischen Russland und der Ukraine tobt, lässt eine neue Flüchtlingsbewegung in Richtung Österreich erwarten. Dabei sind die Asylzahlen schon im Vorjahr deutlich gestiegen, nämlich um 161 Prozent. Laut den vorläufigen Zahlen, die auf der Homepage des Innenministeriums veröffentlicht worden sind, wurden im Jahr 2021 insgesamt 38.638 Asylanträge gestellt. Im Jahr 2020 waren es 14.755. Bisher machten Ukrainer mit 88 Anträgen nur einen kleinen Teil aus.

Großteil der Asylwerber ist männlich

Bei den Zahlen handelt es sich um den höchsten Wert seit einigen Jahren. Letztmals gab es 2016 mehr Anträge, nämlich über 42.000, wie Statistiken zeigen. Zum Höhepunkt der Migrationswelle im Jahr 2015 waren es 88.340. Was die Verteilung nach Geschlecht angeht, ist der Großteil der Asylwerber männlich, nämlich 85 Prozent. Die meisten Anträge stellen nach wie vor Syrer, danach kommen Afghanen. Auf Platz drei folgt Marokko. Für Marokkaner ist die Chance auf einen positiven Bescheid allerdings äußerst gering. Lediglich drei Antragssteller erhielten im Vorjahr rechtskräftig Asyl. Fast 1.400 erhielten einen negativen Bescheid.

Viele offene Verfahren

Bei gut 77 Prozent der syrischen Anträge wurde hingegen Asyl zugestanden. Eine ebenfalls hohe Anerkennungsrate haben Somalis. Diese stellten im Vorjahr die viertgrößte Gruppe an Asylwerbern dar. Die meisten subsidiären Schutzgewährungen erhielt wieder die Gruppe der Afghanen. Subsidiären Schutz erhalten Personen, deren Asylantrag zwar mangels Verfolgung abgewiesen wurde, aber deren Leben oder Gesundheit im Herkunftsstaat bedroht wird. Sie sind daher keine Asylberechtigten, erhalten aber einen befristeten Schutz vor Abschiebung, der bei weiterem Vorliegen der Voraussetzungen verlängert werden kann.

Bei den humanitären Aufenthaltstiteln liegen die Iraker an der Spitze, gefolgt von den Afghanen, allerdings nur knapp vor russischen Migranten. Insgesamt wurden im Vorjahr 18.781 Anträge positiv entschieden, 36.850 Personen erhielten einen rechtskräftig negativen Bescheid. Deutlich angestiegen ist diesmal die Zahl der offenen Verfahren. Sie lag zu Jahresende 2021 bei knapp 28.000. Das war der höchste Wert seit 2018.

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