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Interview

Roman Möseneder: „Diese Angriffe zielen nicht nur auf mich“

Redaktion

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Der Obmann des Ringes Freiheitlicher Jugend (RFJ) Salzburg, Roman Möseneder, ist am Sonntag von seiner Funktion zurückgetreten. Zuvor wurde ein Video publik, in dem zu sehen sein soll, wie Möseneder bei der letzten Corona-Demonstration in Wien einen Rauchtopf in Richtung Polizisten trat. Im TAGESSTIMME-Interview schildert er den skandalisierten Vorfall und erklärt seine Beweggründe für den Rücktritt.

TAGESSTIMME: Wie man auf Videos sieht, sollen Sie bei der letzten Corona-Demo in Wien eine in ihre Richtung geworfene Rauchgranate weggetreten haben. Was ist passiert?

Roman Möseneder: Ja genau. Ich bin in dieser Situation gerade am Rande gestanden, habe auf das Geschehen geachtet und plötzlich landete ein roter Rauchtopf vor mir, der von einer unbekannten Person stammt. Ich habe ihn ohne jede Intention einfach von mir weggetreten. Bei diesem Vorfall kam nachweislich keine Person zu Schaden, noch nicht einmal in Gefahr. Dazu gab es auch keine Intention, aber reaktiv wollte ich den Rauchkörper weg haben. Man sieht auf einem anderen Video genau, dass ich diesen Rauchtopf nicht in Richtung der Polizei gekickt habe, sondern eben nur weg … und das war weg von mir und eben auch weg von der Polizei.

Immer wieder reiben sich am Rande der Demos „erlebnisorientierte Jugendliche“ mit der Polizei. Wieso waren Sie dort, wer war da und was haben Sie gemacht?

Ich war in den ersten Reihen, da ich u.a. mit meiner Reichweite auf Twitter von den Geschehnissen berichtet habe und die Demonstration sehr wichtig finde. Welche Leute da waren, weiß ich nicht – es war ein völlig gemischtes Publikum quer durch die Gesellschaft. Eine eindeutige Linie ist da nicht zu ziehen. Natürlich versuche ich, dort zu sein, wo etwas passiert – genau wie die Kollegen vom „Presse Service Wien“ auch. Aber im Gegensatz zu ihnen denke ich, dass es ist wichtig ist, gegen den kommenden Impfzwang auf die Straße zu gehen. Und das gewaltfrei, offen für unterschiedliche politische Richtungen und in Respekt vor der Polizei, die ihren Job tut.

Sie haben ihre politischen Funktionen bei den Freiheitlichen abgegeben. Vorsorglich oder gab es Kritik? Das Video selbst kommt von autonomen Aktivisten, die immer wieder selbst Berührungspunkte mit der Polizei haben. Wie werten Sie, was da passiert ist?

Dass Linksextreme versuchen, diese Demonstrationen zu skandalisieren, verwundert mich nicht. Aber seien wir realistisch: Auf linken Demonstrationen wären Geschehnisse wie am Samstag nicht einmal der Diskussion wert. Der Fokus ist deutlich: Die Patrioten dieses Landes müssen nun gemeinsam gegen den Impfzwang auf die Straße gehen. In der Hysterie des Establishments wegen dieser Demonstrationen – die angeblich nicht groß, in Wirklichkeit aber riesig sind –, wird versucht, überall Verschwörungstheoretiker zu sehen und Rechtsextreme zu finden. Und so werden auch die Bilder, auf denen ich zu sehen bin, derb instrumentalisiert. Um Schaden durch die Hetze von meiner politischen Familie abzuwenden, habe ich sofort alles abgegeben, weil ich weiß, dass diese Angriffe nicht nur auf mich, sondern auch auf die Partei zielen. Der Rücktritt ist also keine „persönliche Konsequenz“ aus einem Fehlverhalten, sondern ein politischer Schritt.


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